Hotelbau boomt trotz Tourismus-Moratorium


© Ayto. Adeje

Auf Lanzarote wurde in den letzten fünf Jahren schier maßlos gebaut

Die Einschränkung von Baulizenzen scheint fast fünf Jahre nach Inkrafttreten des berühmten „Tourismus-Moratoriums“, das dem maßlosen Bettenwachstum auf dem kanarischen Tourismusmarkt einen Riegel vorschieben sollte, kaum sichtbar.

Tatsächlich wurde das hoch gelobte Baustopp-Dekret auch so formuliert, dass Luxushotels mit fünf Sternen, die über ein gewisses Komplementärangebot verfügen, ausgenommen sind. Trotzdem erscheint die Zahl neuer Hotelanlagen, die seit 2001 ihre Pforten öffneten, unverhältnismäßig hoch zu sein.

Die statistischen Daten sprechen auf Lanzarote gar von einem Bettenzuwachs von 62,7%. Standen den Lanzarote-Urlaubern 2001 noch etwa 47.000 Hotelbetten zur Verfügung sind es heute über 76.000. Dabei ist zu beachten, dass die Daten des kanarischen Statistikamtes nur bis Ende 2004 reichen. Was also im vergangenen Jahr an Neuem hinzugekommen ist, wird nicht berücksichtigt.

Diesen statistischen Daten zufolge ist Fuerteventura nach Lanzarote die Insel mit dem zweitstärksten Bettenwachstum. Auf der Strandinsel wurden in den letzten fünf Jahren fast 30.000 neue Betten gebaut. Doch auch auf Teneriffa hat sich das Hotelangebot trotz Baustopps erweitert. Auf der größten Kanareninsel entstanden zwischen 2001 und 2005 rund 13.000 neue Betten.

Dieses zum Teil enorme Wachstum lässt sich nur dadurch erklären, dass die Baulizenzen für diese Hotels bereits vor Inkrafttreten des Moratoriums vergeben waren oder die Pläne der Hotelresorts so konzipiert sind, dass sie den Baustopp raffiniert umgehen.

Auf den Inseln La Gomera, El Hierro und La Palma war die Entwicklung eher zurückhaltend. Auf La Gomera wurden bis Ende 2004 sogar 284 Betten weniger registriert als 2001, und auch auf Gran Canaria, der Insel mit dem größten Bettenangebot, gab es Ende 2004 fast 900 Betten weniger als 2001.

Diese Zahlen rücken erneut die Lage der Tourismusbranche in den Vordergrund, die durch das Moratorium ihr Wachstum zwar gebremst gesehen hat, jedoch noch weit von dem Ziel entfernt ist, das die Regierung einst dazu motivierte, den Baustopp zu verfügen. Den Aufzeichnungen des Statistikamtes zufolge haben seit Umsetzung des Moratoriums 460 neue Hotels auf den Kanaren eröffnet.




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