Hochgeschwindigkeitszug nach Mekka


Bauarbeiten an der Hochgeschwindigkeitstrasse Medina – Mekka. Foto: EFE

Spanische Firmen erreichen Fristverlängerung ohne Strafzahlung für den Wüsten-AVE

Madrid/Riad – Der spanische Hochgeschwindigkeitszug AVE soll ab 2018 Pilger von Medina nach Mekka bringen. Der Vertrag für den Bau der 450 Kilometer langen Strecke, der im Jahr 2011 zwischen der saudiarabischen Regierung und einem Konsortium spanischer Firmen unter der Führung der staatlichen Schienenverkehrsunternehmen Renfe und Adif geschlossen wurde, ist mit 6,7 Milliarden Euro einer der größten, die je mit dem Ausland abgeschlossen wurden.

Im Verlauf der Bauarbeiten war es verschiedentlich zu Problemen mit dem Auftraggeber gekommen, weil der vereinbarte Fertigstellungstermin zu Beginn des Jahres 2017 nicht eingehalten wurde. Den beteiligten Firmen drohten hohe Verluste in Form der Sicherheiten, die hinterlegt worden waren, um den pünktlichen Abschluss des Projekts zu garantieren. Schließlich konnte jedoch eine Einigung erzielt werden, die eine Verschiebung auf den März 2018 in den Vertrag aufnimmt. Damit werden mögliche Strafzahlungen vermieden. Saudi-Arabien erkennt damit an, dass die Verzögerungen vor allem auf Schwierigkeiten bei der Herstellung des Betonfundaments zurückzuführen sind, die von einer Gruppe chinesischer und arabischer Unternehmen durchgeführt wurde.

Der neu gewählte Präsident des Firmenkonsortiums und ehemalige Generaldirektor von Adif, Jorge Segrelles, muss nun darüber wachen, dass diese Deadline eingehalten wird. Bisher sind die Bauarbeiten zu rund 70% fertiggestellt.

Ein weiterer Streitpunkt  ergab sich wegen der entstandenen Mehrkosten, von denen schließlich 160 Millionen durch Saudi-Arabien anerkannt wurden, eine Summe, welche die Forderungen des Konsortium kaum abdeckt.




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