Geschäftsmöglichkeiten auf den Kanaren


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Die Kanarische Sonderzone (ZEC) bietet Unternehmen äußerst interessante Steuerermäßigungen

Die Kanarischen Inseln befinden sich mitten in einer Phase der wirtschaftlichen Expansion. Daher bietet jede einzelne der Inseln des Gebiets unterschiedliche Anreize für Unternehmer. Über ein Niedrigsteuergebiet wie die ZEC zu verfügen, das durch seine Steuervergünstigungen eine sehr interessante Gewinnspanne bietet, ist einer der Gründe, die zur Positionierung der Inseln als Ausgangspunkt für Geschäfte in der EU beigetragen haben.

Obwohl sich auf den beiden Hauptinseln ein größeres Firmenaufkommen konzentriert, rücken die Inseln ohne Provinzhauptstadt im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der Reduzierung der für sie geltenden Anforderungen bei der zu tätigenden Investition und den zu schaffenden Arbeitsplätzen immer mehr in den Vordergrund.

Das interessanteste Steuersystem Europas

Die Kanarischen Inseln verfügen seit Jahren über eines der interessantesten Steuersysteme Europas, ein Niedrigsteuergebiet, das im Jahr 2000, nachdem es von der EU genehmigt wurde, seinen Betrieb unter dem Namen Kanarische Sonderzone (ZEC) aufnahm und dessen Gesetzgebung im Wirtschafts- und Steuersystem (REF) der Kanarischen Inseln enthalten ist und den Sonderstatus der Inseln berücksichtigt. Derzeit sind insgesamt 450 Unternehmen im Niedrigsteuergebiet tätig. Ihr Profil trägt in großem Maße zur Diversifizierung der hauptsächlich auf Tourismus und Bauwesen basierenden Wirtschaft der Inseln bei. Daher ist die ZEC im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Dynamisierungswerkzeug für die Konsolidierung der sich in der Entwicklung befindlichen Wirtschaftsbereiche, die die Kanarischen Inseln als Referenzpunkt innerhalb der EU positionieren, geworden.

Von dem Zeitpunkt an, an dem die zuständigen Behörden der Europäischen Union grünes Licht für die ZEC gaben, bis zu diesem Moment ließen sich die Unternehmen, die sich, angezogen von den vom Niedrigsteuergebiet gebotenen Steuerermäßigungen, auf den Kanaren ansiedelten, haupt­sächlich auf den Inseln mit Provinzhauptstadt (Teneriffa und Gran Canaria) nieder, während sich die Zahl der Unternehmen auf dem restlichen Gebiet (La Palma, El Hierro, La Gomera, Lanzarote und Fuerteventura) eher in Grenzen hielt. Dies führte dazu, dass der Vorstand der ZEC über Strukturveränderungen nachzudenken begann, die soweit wie möglich sicherstellen sollten, dass diese Steuervergünstigungen eine gleichmäßige Entwicklung auf allen Inseln des kanarischen Archipels erreichte, wobei die ZEC Unternehmen genehmigen sollte, die sich gleichmäßig auf das gesamte Gebiet der Inseln verteilten, dort investierten und Arbeitsplätze schufen.

Auf dieser Linie und um Lösungen vorzuschlagen, wurden die möglichen Gründe für diese räumliche Unausgewogenheit ermittelt, die die Expansion der ZEC der Inseln ohne Provinzhauptstadt trotz des Tatendrangs der Unternehmer und der existierenden Geschäftsmöglichkeiten einschränkte. Es wurde festgestellt, dass einer der Hauptgründe die strengen Bedingungen in Bezug auf die zu tätigende Investition und die zu schaffenden Arbeitsplätze waren, die alle Unternehmen, die in der Kanarischen Sonderzone tätig werden wollten, zu erfüllen hatten. Die entsprachen nicht dem wirtschaftlichen Profil dieser Inseln, auf denen hauptsächlich kleine Unternehmen gegründet wurden. Die geforderten Bedingungen stellten ein unüberwindbares Hindernis für die Ansiedlung von Unternehmen auf diesen Inseln dar, deren wirtschaftliche Realität sich deutlich von der der Inseln mit Provinzhauptstadt unterschied.

Die Lösung bestand darin, flexibler in Bezug auf beide Bedingungen (Investition und Arbeitsplätze) zu sein, aber nur in Bezug auf jene Unternehmen, die sich dafür entschieden, sich auf den Inseln ohne Provinzhauptstadt niederzulassen. In dem Bestreben dies zu ändern, trat die ZEC mit einem mit der kanarischen Regionalregierung und der spanischen Staatsregierung abgestimmten Vorschlag an die Europäische Kommission heran, der unter anderem Verbesserungen wie die Änderung dieser beiden Parameter für ZEC-Unternehmen, die sich in diesen Randgebieten niederließen, vorsah. Die Verhandlungen waren erfolgreich, und im vergangenen Dezember bestätigten die zuständigen Behörden der Europäischen Kommission die Verlängerung der Laufzeit des Niedrigsteuergebietes bis zum Jahr 2019. Ein sehr breiter zeitlicher Rahmen, zu dem auch noch die Reduzierung der Mindestinvestition auf 50.000 Euro und die der zu schaffenden Arbeitsplätze auf drei hinzukommt.

Andererseits erwies es sich als notwendig, ein Netz von Zweigstellen einzurichten, an die sich die Unternehmer der ZEC wenden können, denn die Hauptbüros der Einrichtung befinden sich in den beiden Provinzhauptstädten Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria. Mit dem Ziel, die Unternehmer auf die Vorteile der ZEC aufmerksam zu machen, wurden im Rahmen dieser Maßnahme u.a. Kooperationsabkommen mit den Inselregierungen, Gemeindeämtern und Handelskammern abgeschlossen. Die entschlossene Zusammenarbeit der Einrichtungen, Organisationen und Behörden, die ZEC den Unternehmern, Steuerberatern, Anwälten und anderen Akteuren der Geschäftswelt näher zu bringen, zeigt erste Früchte und ist ausschlaggebend für die Projektion des Niedrigsteuergebietes auf diesen Inseln.

In dieser neuen Etappe der Kanarischen Sonderzone hat die Projektion der Unternehmen auf diesen Gebieten die Erwartungen erfüllt. Die jährliche Zahl der Eintragungen von Unternehmen auf einigen dieser Inseln hat sich gegenüber der Zahl der vergangenen sechs Jahre verdoppelt, und sogar Inseln wie La Gomera und El Hierro haben sich dieser Wachstumsdynamik angeschlossen und verfügen nun auch über ZEC-Unternehmen vor Ort, was die Wirtschaft dieser Inseln in Schwung bringt. In diesem Zusammenhang ist die ZEC als Werkzeug für die Entwicklung von Spitzenbereichen der Weltwirtschaft wie der Biotechnologie, Aquakultur, den erneuerbaren Energien oder den neuen Technologien zu verstehen. Außerdem macht sie ein Zusammenspiel mit traditionsreicheren Wirtschaftsbereichen wie der Vermarktung oder dem Outsourcing von Dienstleistungen möglich.

Weitere Informationen

www.zec.org

deutschland2@zec.org




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