Fluglotsen: „Wir sind nicht schuld“


Sie weisen auf die knappen Dienstpläne von AENA hin

Streiken die spanischen Fluglotsen nun – oder streiken sie nicht? Nein, sagt der kanarische Fluglotsenverband dazu, von einem Streik könne nicht die Rede sein, auch nicht von einem Bummelstreik.

Madrid – Die Verzögerungen im Flugverkehr seien dem mangelhaften Dienstplan der spanischen Flughafenbehörde AENA für die Fluglotsen anzulasten.

Derzeit laufen Tarifverhandlungen zwischen AENA und dem spanischen Fluglotsenverband, in denen AENA empfindliche Gehaltskürzungen vorsieht, da sie der Ansicht ist, dass die spanischen Fluglotsen übertariflich bezahlt werden und ihre Kollegen beispielsweise in England weitaus weniger verdienen. Gleichzeitig geht es um Anzahl und Entlohnung von Überstunden.

Die Gewerkschaften monieren, dass Entwicklungsminister José Blanco absichtlich oder unabsichtlich Äußerungen gemacht hat, die in der Bevölkerung sehr wohl den Eindruck hervorrufen, dass die Fluglotsen streiken.

„Das ist einfach nicht wahr“, kontern sie. „Speziell auf den Kanaren, die so abhängig vom Tourismus und damit vom Flugverkehr sind, wäre es ein Wahnsinn, in der jetzigen Krisenlage auch noch zu streiken.“

Dennoch wird entschieden vor Verspätungen gewarnt, die „zweifellos“ in der Osterwoche auftreten werden, wo bei erhöhtem Flugaufkommen AENA die Dienstpläne der Fluglotsen im Vergleich zu Ostern 2009 um 50 Prozent gekürzt hat. „Das ist nicht unsere Schuld“, sagt er. „Wir würden arbeiten, wenn AENA uns ließe.“ Erst kurz zuvor hatte Gewerkschaftssprecher Miguel Torrens noch optimistisch erklärt, der Flugverkehr zu Ostern sei garantiert (Wochenblatt, 19.02.2010). Nachdem nun die Dienstpläne vorliegen, sieht das offensichtlich anders aus.

Die Fluglotsen geben zu bedenken, dass es bereits zu Weihnachten, wo mit einem 17-prozentigen Rückgang des Flugvolumens gerechnet wurde, das sich schlussendlich dann doch bei nur 2 Prozent einpendelte, durch Personalmangel zu zahlreichen Verspätungen und Stornierungen gekommen ist.

Ebenso kritisieren sie die AENA-Finanzpolitik, „wo sich alles darauf konzentriert, bestehende Flughäfen aufzupeppen und hochmoderne Flughäfen an Orten zu bauen, die eigentlich gar keinen brauchen, was sich dann später durch geringe Flugauslastung beweist.“




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