EZB rät zur Überwachung der Immobilienpreise


Luis de Guindos war bis 2018 Wirtschaftsminister und ist derzeit Vizepräsident der EZB. Archivfoto: EFE

Banken sehen keinen Grund zur Beunruhigung und fordern mehr Wohnungsbau

Santander – Luis de Guindos, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte, seine Institution würde den Anstieg der Immobilienpreise in einigen Gebieten wie Madrid, Barcelona oder auf den Inseln mit Argusaugen verfolgen. AEB, Verband der Banken und Finanzinstitute, wies hingegen die Gefahr einer erneuten Immobilienblase weit von sich, forderte jedoch, das Angebot von öffentlicher und privater Seite aus zu vergrößern, um eine weitere Preiseskalation zu unterbinden.

Die Immobilienblase, die die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise und soziales Drama auslöste, wird von den Experten weiterhin gefürchtet, und man setzt alles daran, um eine Wiederholung zu verhindern. Luis de Guindos, bis 2018 spanischer Wirtschaftsminister und aktuell Vizepräsident der EZB, erklärte bei einem Seminar in Santander, die EZB, die spanische Behörde zur Erkennung von Risiken für das Finanzsystem, das spanische Wirtschaftsministerium, das Kartellamt und die spanische Nationalbank würden eng zusammenarbeiten und die bereits seit Jahren andauernde Verteuerung der Immobilienpreise in Madrid, Barcelona und auf den Inseln überwachen. Die Entwicklung würde beobachtet und kontinuierlich analysiert, um rechtzeitig eingreifen zu können, so de Guindos.

José María Roldán, Präsident des spanischen Bankenverbandes, hielt dagegen, der Anstieg der Immobilienpreise in Spanien falle weit geringer aus als in anderen Ländern. Es würden weitaus weniger Darlehen mit Hypothekensicherung beantragt als vor der Immobilienblase, trotz geringer Zinsen. Nur in bestimmten Gebieten würden die Preise stark ansteigen, was auf ein fehlendes Angebot zurückzuführen sei.

Roldán forderte die Gemeinden und den Immobiliensektor auf, das Angebot wieder aufzustocken.

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