Explosionsartige Inflation


Der Jahresinflationssatz von 4,3% auf den Kanaren liegt erstmals seit 1999 wieder über dem spanienweiten Durchschnitt

Die Verbraucherpreise sind auf den Kanarischen Inseln im Laufe des vergangenen Jahres so stark gestiegen, dass die Inflation auf dem Archipel mit 4,3% die spanienweite Jahres­teuerung von 4,2% sogar noch übertrifft, was in den vergangenen acht Jahren nicht mehr vorgekommen war. Dies meldete das nationale Statistikamt INE.

Im Dezember stiegen die Preise auf den Inseln erneut um durchschnittlich 0,6%. Obwohl diese Tendenz auch in allen übrigen spanischen Provinzen verzeichnet wurde, sitzt der Schock über die Tatsache, dass die Kanaren zusammen mit Katalonien an erster Stelle der autonomen Regionen mit der höchsten Preissteigerung im Dezember stehen, tief. Im Schnitt lag die Teuerungsrate in Spanien im Dezember 2007 bei 0,4%.

Für das Rekordhoch der Inflation auf den Inseln ist mit einem Jahresdurchschnitt von 4,6% vor allem die Provinz Santa Cruz de Tenerife verantwortlich. Etwas weniger steil stiegen die Verbraucherpreise in der Nachbarprovinz Las Palmas an (4,1%) .

Wie das Statistikamt weiter mitteilte, liegt die Differenz der spanischen Inflation in 2007 zu der in den übrigen Ländern der Eurozone bei 1,2 Punkten. Dies ist zwar der höchste Stand seit September 2006, aber immerhin noch ähnlich der bei Einführung des Euro in Spanien herrschenden Differenz von 1,1 Punkten.Für den hohen Verbraucherpreisindex wird vom Statistikamt vor allem der gestiegene Rohölpreis und die Verteuerung der Lebensmittel und nicht alkoholischen Getränke verantwortlich gemacht. In Spanien sind die Nahrungsmittelpreise zwischen Dezember 2006 und Dezember 2007 um 6,6% gestiegen, auf den Kanaren um sage und schreibe 8,3%. Weitere Preistreiber waren Alkoholika und Tabakwaren mit einem Preisanstieg von 3,5%, Immobilien (3,5%) sowie Hotels, Cafés und Restaurants (3,9%). Ganz besonders hoch war die Inflation auf dem Transportsektor mit einem Jahresschnitt von 8,6%.

Die Handelskammer auf Teneriffa hat angesichts dieser Preisentwicklung ihre Besorgnis geäußert: „Dieser Verbraucherpreisindex droht ernsthafte Spuren zu hinterlassen. Kaum hat das Jahr begonnen, werden die Unternehmer mit erheblichen Mehrausgaben durch die nun fällige Anpassung der Gehälter ihrer Angestellten belastet.“

Die kanarische Regierung hat unterdessen wissen lassen, dass „die Regierung alles in ihrer Macht stehende unternehmen wird, um zu verhindern, dass die Preise weiter ansteigen“.




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