EU sagt finanzielle Unterstützung für „Energie-Revolution“ zu


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Energiekommissar Andris Piebalgs besuchte die Kanaren

Die Europäische Union hält viel davon, die Kanaren künftig zum Teil mit Erdgas zu versorgen. Dies bestätigte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs kürzlich während seines Kanaren-Besuchs. Piebalgs sicherte dem kanarischen Regierungschef Paulino Rivero gegenüber die Unterstützung der EU in der Einführung von Erdgas auf dem Archipel zu – auch finanziell.

Wann es soweit sein wird, konnte aber auch Piebalgs nicht sagen, denn die Einführung des neuen Energieträgers hat sich aufgrund verwaltungstechnischer Hürden immer wieder verzögert.

Nachdem er auf die geringere Umweltbelastung von Erdgas im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern hingewiesen hatte, erinnerte der EU-Kommissar an das Gemeinschaftsziel, bis zum Jahr 2020 Europa zu 20 % durch erneuerbare Energien zu versorgen.

Kanaren-Chef Rivero hatte den Kommissar zuvor an die regionale Zielsetzung erinnert, über den Energieplan Pecan (Plan Energético de Canarias) die Energieversorgung der Inseln bis zum Jahr 2015 zu 30 % durch erneuerbare Energien zu gewährleisten.

Doch nicht nur die Erdgas-Pläne der kanarischen Regierung will die EU unterstützen. Piebalgs sagte im Auftrag der Union auch finanzielle Unterstützung für andere Projekte im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu, die im kanarischen Energieplan Pecan enthalten sind. In welcher Höhe diese  finanzielle Unterstützung liegen wird, verriet er allerdings nicht.

Andris Piebalgs besuchte auf den Kanarischen Inseln die Hauptstädte Las Palmas und Santa Cruz sowie die beiden technologischen Institute der Inseln – das ITC in Pozo Izquierdo auf Gran Canaria und das ITER in Granadilla auf Teneriffa. Abschließend unternahm er in Begleitung des kanarischen Regierungspräsidenten Rivero noch einen Abstecher nach El Hierro, die beispielhafte Insel in Sachen Zielsetzung und Umsetzung erneuerbarer Energien.

El Hierros Pläne für energetische Unabhängigkeit: „Eine fantastische Initiative“

Von dem Projekt, die kleins­te Kanareninsel bis in zwei Jahren, also 2011, ausschließlich durch erneuerbare Energie zu versorgen, zeigte sich Andris Piebalgs begeistert. Er bezeichnete es als eine „fantastische Initiative“, von der er überall berichten werde.

Eine hundertprozentige Versorgung durch erneuerbare  Energien gibt es sonst noch nirgends auf der Welt. El Hierro will den Anfang machen und bietet dafür hervorragende Voraussetzungen: 278 qkm und knapp 10.500 Einwohner, gepaart mit großer Sonnengarantie und guten Windverhältnissen. Die kaum vorhandene Industrie auf der Insel und der dadurch eher geringe Stromverbrauch begünstigen das Pionierprojekt. Kernstück des Projektes ist ein speziell für die Insel konzipiertes kombiniertes Wind- und Wasserkraftwerk, das eine Nennleistung von 9,9 MW haben soll.

Andris Piebalgs ist nicht als erster der Ansicht, dass diese Idee und die mit der Planung und Umsetzung gesammelten Erfahrungswerte an andere Orte der Welt exportiert werden könnten, wo ähnliche Bedingungen herrschen.

Die Gesamtkosten für den Bau des Wind- und Wasserkraftwerks belaufen sich auf 64,7 Millionen Euro, die zum Teil von der EU mitfinanziert werden.

El Hierros Cabildo-Präsident Tomás Padrón, der den EU-Kommissar bei seinem Besuch der Insel begleitete, erinnerte auch an die Vorgängerin von Piebalgs, die ehemalige EU-Energiekommissarin Loyola de Palacio, die seinerzeit das Projekt auf politischer Ebene vorantrieb.




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