Es wird im Sommer eine Tourismussaison geben

Paolo Gentiloni Foto: EFE

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EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni beruhigt die EU-Staaten

Brüssel – Der Europakommissar für Wirtschaft hat nicht den geringsten Zweifel: „Wir werden eine touristische Sommersaison haben“, erklärte in Brüssel der Kommissar der Europäischen Union und ehemalige italienische Regierungschef Paolo Gentiloni. Er räumte zwar ein, dass es keine Saison sein wird, wie sie die europäischen Urlaubsländer gewohnt sind, er sei aber davon überzeugt, dass bis zu 60% in den Staaten erreicht werden können, in denen der Tourismus eine der Hauptaktivitäten ist, und die am stärksten unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, wie es bei Spanien der Fall ist.
Der Kommissar, der in Brüssel der spanischen Zeitung El País ein Interview gab, setzt sich für die Schaffung eines gut ausgestatteten europäischen Fonds für die wirtschaftliche Erholung der betroffenen Staaten ein. Dabei animierte er diese Länder auch, gleichzeitig von der neuen Kreditlinie des Europäischen Stabilitätsmechanismus (kurz ESM) Gebrauch zu machen. Eine Einladung, die offensichtlich an Italien und Spanien, aber auch an Frankreich gerichtet war. In diesem Fall dürfe es keine soziale Distanz geben, es sei besser, gemeinsam vorzugehen, erklärte er an anderer Stelle in der Videokonferenz, die er mit El País und weiteren sechs großen europäischen Zeitungen führte.
Auf die Frage, ob die Europäische Kommission Pläne habe, um neue Beschlüsse über die Belebung des Tourismus zu fassen, und den Schwierigkeiten entgegenzutreten, in denen sich der Sektor befinde, erklärte Paolo Gentiloni, die Daten zeigten eindeutig, dass Verluste bis zu 40% zu verzeichnen seien. Die Folgen wirkten sich nicht nur im Tourismus, sondern auch in den Sektoren Transportwesen und Kultur aus.
Auf die Frage, was die EU-Kommission zu tun gedenke, um die Sommersaison zu retten, erklärte der Kommissar, man werde neue Vorgehensweisen schaffen, um der Branche wieder auf die Beine zu helfen. Es sei das Ziel, die Problematik in drei verschiedene Bereiche aufzuteilen.
Da stünden an erster Stelle die Sicherheitsmaßnahmen, die für den Transport und die Unterkünfte in den Urlaubsgebieten festgelegt werden müssten. Ein weiterer Punkt sei die koordinierte Öffnung der Grenzen, wobei auch die Beachtung der Normen des Schengener Abkommens von Bedeutung sei. „Wir wissen, dass die Öffnung stufenweise erfolgen muss, und wollen auf jeden Fall verhindern, dass einige Staaten der Union diskriminiert werden“, erklärte er. Auf jeden Fall müssten auch die Rechte der Kunden gesichert werden, wenn es um die Erstattung der Kosten für gebuchte Urlaubspakete und Flüge gehe, die storniert worden sind und die nun durch Gutscheine für zukünftige Reisen ersetzt werden. Er und seine Kollegen seien sich der Tatsache bewusst, dass die Gesellschaften des Sektors eine schwierige Phase durchleben, aber die Staaten müssten darauf achten, dass die Rechte der Verbraucher garantiert sind.
Seine Nachricht sei, dass es eine touristische Saison in diesem Sommer geben wird, jedoch mit Beschränkungen, die es in vorangegangenen Jahren nicht gegeben habe, unterstrich der Kommissar.
Er verstehe sehr wohl, dass die Staaten das Stigma fürchten, daher sei es besser, wenn mehrere Länder gleichzeitig den Europäischen Rettungsfonds ESM in Anspruch nehmen, ließ Paolo Gentiloni die Vertreter der internationalen Zeitungen wissen.

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