Erstaunen auf den Kanaren über 520 Millionen-Hilfe für Marokko


Unterdessen warten die kanarischen Tomatenanbauer immer noch auf die genaue Definition der regionalen Subventionen

Die kanarischen Landwirte und im Speziellen die Tomatenanbauer haben ihr „Erstaunen“ über die von Ministerpräsident Zapatero an Marokko zugesagte finanzielle Unterstützung geäußert.

Bei einem Spanisch-Marokkanischen Gipfel im Dezember in Madrid sagte Zapatero dem marokkanischen Premierminister Abbas El Fassi 520 Millionen Euro im Rahmen eines neuen finanziellen Kooperationsabkommens zu.

Die kanarischen Tomatenanbauer wunderten sich deutlich empört über diese Großzügigkeit dem Nachbarland gegen-über, während im eigenen Land noch nichts Genaues über neue Subventionen für die Landwirtschaft und vor allem den Tomatenanbau beschlossen wurde. „Es ist ja schön und gut wenn ärmere Länder unterstützt werden, doch man sollte zuerst vor seiner eigenen Tür kehren, bevor man bei den Nachbarn kehrt“, beschwerte sich der Präsident der Vereinigung der Land- und Viehwirte von Teneriffa, Henry Sicilia. Gerade im Fall von Marokko fällt außerdem ins Gewicht, dass das nord­afrikanische Land einer der größten Konkurrenten der kanarischen Tomatenanbauer ist. „Es sollten zuerst die Subventionen im eigenen Land geklärt werden“, klagt Sicilia weiter, denn während den Konkurrenten im Ausland bereits eine finanzielle Hilfe zugesagt wurde, seien die regionalen Subventionen im eigenen Land noch nicht klar definiert.

Auch der Sprecher der Föderation der Gemüse- und Obstunternehmen der Kanaren, Ro­berto Góiriz, erinnerte daran, dass die kanarischen Tomatenanbauer noch immer auf die Transportsubventionen für die Jahre 2007 und 2008 warten. 




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