„Die Gründung eines ZEC-Unternehmens ist immer zu empfehlen“


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Interview mit Georg Abegg

Georg Abegg ist seit 1996 bei Rödl&Partner, leitet seit 2001 die spanische Niederlassung der Sozietät und koordiniert als verantwortlicher Partner die Spanien-Aktivitäten von Rödl&Partner. Er betreut vor allem die deutschsprachige Mandantschaft der Kanzlei, vornehmlich in Fragen des Gesellschafts- und Steuerrechts sowie im Bereich Due Diligence-Prüfungen.

Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist auch die Beratung deutscher Unternehmen, die sich in Spanien engagieren.

Georg Abegg lebt in Spanien, ist dreisprachig (spanisch, deutsch und englisch) und kennt das spanische Unternehmensumfeld aus erster Hand.

Was macht den kanarischen Markt interessant für deutschsprachige Investoren?

Der kanarische Markt gehört zu Spanien. Spanien ist insgesamt ein wichtiger Standort für deutsche Unternehmen. In Spanien sind mehr als 1.000 Unternehmen tätig und machen dort seit vielen Jahren erfolgreich Geschäfte. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass insbesondere die Kanaren eine gute Infrastruktur aufweisen, d.h. es ist ein gut ausgebautes Straßennetz vorhanden und zudem zwei moderne Seehäfen, von denen Waren in alle Welt verschickt werden. Auch bestehen langjährige Handelsbeziehungen zwischen den Kanaren, den nordafrikanischen Staaten und Südamerika. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Kanaren über zwei moderne Universitäten verfügen, welche die Voraussetzungen dafür stellen, gut qualifiziertes Personal zu finden. Auf den  Kanaren gibt es gut ausgebildete mehr­sprachige Arbeitskräfte, deren Gehaltsniveau im Vergleich zum spanischen Festland und zur europäischen Union sehr moderat ist.

Was unterscheidet die ZEC von anderen Steuersystemen?

Die ZEC ist ein Niedrig-Steuersystem innerhalb der Europäischen Union. Dies bedeutet zum einen, dass das Steuersystem von der EU genehmigt und innerhalb der EU anerkannt ist und nicht unter die Steuerparadiesregelung wie andere Niedrig-Steuerländer fällt. Der Steuersatz hängt davon ab, welche Tätigkeit ausgeübt wird und wie viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Besonders interessant ist dies für Dienstleistungen und produzierende Tätigkeiten.

Worin liegen die Stärken der ZEC als Anziehungspunkt für Investitionen?

Die niedrige Steuerbelas­tung ist interessant für schnell wachsende Unternehmen, die sich ihrerseits aus ihrem Cash-Flow finanzieren müssen. Durch die niedrigen Steuersätze stehen dem Unternehmen Mittel zur Verfügung, um weitere Investitionen voranzutreiben. Auch ist durch die niedrigen Körperschaftssteuersätze eine Ausschüttung an die Gesellschafter interessant und es können die Mittel, die erwirtschaftet werden, auch zum Wachstum des Mutterunternehmens eingesetzt werden.

Wie sieht das Profil eines deutschen Investors in der ZEC aus?

Das Profil eines deutschen Unternehmens, das in der ZEC investiert, ist mannigfaltig. Normalerweise handelt es sich um mittelständische Unternehmen, die sowohl im Dienstleis­tungssektor als auch im produzierenden Bereich tätig sind. Im Bereich Dienstleistungssektor kommen verschiedene Tätigkeiten in Betracht. Aus unserer Sicht ist es besonders interessant, hier die Märkte Nordafrikas und Lateinamerikas zu erschließen. Auch können Dienstleistungen für andere Unternehmen innerhalb einer Gruppe erbracht werden. Insoweit bieten sich die kanarischen Inseln auch als klassischer Outsourcing-Standort an, insbesondere wegen des zur Verfügung stehenden gut qualifizierten mehrsprachigen Personals. Im Bereich des produzierenden Gewerbes ist es insbesondere interessant für Unternehmen, auf den kanarischen Inseln mit einem hohem Automatisierungsgrad Hi-Tech-Produkte zu fertigen. Dies liegt darin, dass für diese Produkte normalerweise die Logistikkosten von untergeordneter Bedeutung sind. Auch verfügen die kanarischen Inseln über eine stabile Infrastruktur und genügend Gewerbeflächen. Die Stromversorgung, die Telekommunikation und die logistische Anbindung entsprechen dem höchsten Standard.

Welche Schritte sind für die Gründung eines Unternehmens in der ZEC erforderlich?

Zur Gründung des ZEC-Unternehmens ist es aus unserer Sicht immer zu empfehlen, dass zunächst die Geschäfts-idee mit den Mitarbeitern der ZEC besprochen wird. Dies ist besonders leicht, da die ZEC über mehrsprachige Mitarbeiter verfügt, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und bei der Entwicklung eines Geschäftsplanes helfen. Sobald der Geschäftsplan steht, ist ein Unternehmen auf den kanarischen Inseln zu gründen, wobei sich hier verschiedene Rechtsformen anbieten. Die Gesellschaften können in Form einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft gegründet werden. Sobald das Unternehmen gegründet ist, wird der Geschäftsplan der ZEC zur Genehmigung vorgelegt und nachdem die technische Kommission den Geschäftsplan angenommen hat, wird das Unternehmen im Register der ZEC eingetragen und verfügt somit über die Steuervergünstigung. Im Anschluss daran muss der Geschäftsplan umgesetzt und mit der Realisierung der Investitionen begonnen werden. Gleichzeitig werden dann auch die entsprechenden Arbeitnehmer beschäftigt.

Wie haben Sie von der ZEC erfahren?

Ich habe von der ZEC erfahren, weil ich mich natürlich für die besonderen Steuersituationen in Spanien interessiere. Ich sehe es immer als interessante Alternative an, die Vorteile der ZEC unseren Mandanten darzustellen, da es zu einer umfangreichen Beratung für eine Tätigkeit in Spanien gehört zu analysieren, ob die ZEC für den Unternehmensstandort in Frage kommt. Insbesondere aus den Gründen, dass durch die niedrige Steuerbelastung ein kontinuierliches Wachstum sichergestellt werden und die Beschaffung der Fremdmittel auf ein Minimum reduziert werden kann. Auch ist es aus unserer Sicht von entscheidendem Vorteil, dass eine Anbindung nach Deutschland über die zahlreichen Flugverbindungen leicht möglich ist.

Weitere Informationen über die ZEC erhalten Sie auch auf Deutsch bei:

www.zec.org

deutsch2@zec.org




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