Die Alarmglocken schrillen


© Moisés Pérez.

Bausektor in der Bredouille

Die im Rahmen des von der Regierung Zapatero finanzierten „Plan E“ auf den Kanarischen Inseln umgesetzten Bauprojekte werden nach und nach vollendet, was im Bauwesen Grund zur Sorge gibt.

Zu Recht wird befürchtet, dass mit dem Abschluss dieses Wirtschaftsförderungsplans, der in den letzten Monaten für eine Besserung der Beschäftigungsquote im Bauwesen gesorgt hat, die Arbeitslosigkeit auf diesem Wirtschaftssektor erneut sprung­haft ansteigen wird. Diese Befürchtungen äußerten unlängst Sprecher des Verbands des Baugewerbes auf Teneriffa (Fepeco) und der Gewerkschaft UGT-Canarias.

„Derzeit befindet sich ein sehr hoher Prozentsatz – mindestens die Hälfte – der Bauprojekte des Plan E in der Endphase. Das bedeutet, dass Bauarbeiter, die dank dieses Plans wieder einen Job bekommen haben, erneut auf der Straße stehen, weil mit Beendigung von Plan E nicht sofort neue Infrastrukturpläne vorliegen“, erklärte Fepeco-Vorsitzender, Óscar Izquierdo.

Obwohl die Arbeitslosenzahl im Baugewerbe in den letzten Monaten zurückgegangen ist, sei die Zerstörung von Arbeitsplätzen auf diesem Sektor sehr stark gewesen. Allein in Santa Cruz de Tenerife seien im Laufe des letzten Jahres ungefähr die Hälfte aller Arbeitsplätze der Krise zum Opfer gefallen, so dass die Neubeschäftigung von 122 Arbeitnehmern, wie sie im September stattgefunden hat, fast bedeutungslos werde, zumal sie ebenfalls auf den Plan E zurückzuführen sei, erklärte Izquierdo weiter. Er bedauerte, dass in der Provinz Teneriffa in wenigen Monaten fast alle in den letzten Jahren geschaffenen Arbeitsplätze des Sektors zerstört worden sind und räumte ein, das Bauwesen sei weiterhin in einer sehr schwierigen Lage.

UGT-Sprecher Luis Fernández Aragón bekräftigte dies und erinnerte daran, dass der Effekt des Plan E auf den Arbeitsmarkt zum Jahresende verpuffen wird, da dieser Regierungsplan nicht verlängerbar ist bzw. die Deadline für die Fertigstellung aller Plan E-Projekte 31. Dezember 2009 lautet.

Beide hoffen nun, dass die Regierung bald ein ähnliches Projekt verabschiedet und dass dieses so schnell wie möglich umgesetzt wird. Sie rechnen aber jetzt schon mit mindestens sechs Monaten absoluter Rezession im Baugewerbe und geben zu bedenken, dass „Plan E“ Ende 2008 verabschiedet wurde, seine Auswirkungen aber erst ab Mai 2009 spürbar wurden.

Óscar Izquierdo, der von der kanarischen Regierung wiederholt die Ausarbeitung eines ähnlichen Programms wie Plan E gefordert hat, sieht es so: „Es geht nicht darum, zu bauen, um zu bauen oder die Inseln mit Asphalt zu bedecken, aber wenn wir wegschauen und den Weg aus der Krise woanders suchen, werden wir ihn nicht finden.“




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