Deutschsprachige Investoren sind an 75 Unternehmen der Kanarischen Sonderzone beteiligt


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Deutschland ist nach Spanien das Land mit der größten Präsenz im Niedrigsteuergebiet

Die Kanarischen Inseln sind ein idealer Ort für einen wundervollen Urlaub. Das können die zweieinhalb Millionen deutschsprachigen Touristen bezeugen, die Jahr für Jahr den Archipel besuchen. Sie werden hauptsächlich von der reichen Natur und dem angenehmen Klima der Kanaren angezogen. Aber die Kanarischen Inseln sind auch ein idealer Ort, um Geschäfte zu machen.

Hier finden Unternehmer nicht nur einen attraktiven Markt mit über zwei Millionen Einwohnern und zwölf Millionen Touristen, sondern auch äußerst interessante Steuervorteile, die zum Investieren auf einem Archipel mit einer großartigen Zukunft einladen.

Die Kanarische Sonderzone (in ihrer spanischsprachigen Abkürzung: ZEC) ist das wichtigste Steuerinstrument, um die Investitionen ausländischer Unternehmer anzulocken.

Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum

Aus den deutschsprachigen Ländern (Deutschland, der Schweiz und Österreich) haben sich 75 Firmen in der Kanarischen Sonderzone (ZEC) angesiedelt. Die deutschsprachigen Unternehmer haben auf den Kanaren insgesamt 65,57 Millionen Euro investiert und dabei über 700 Arbeitsplätze geschaffen.

Diese Zahlen werden in Kürze weiter steigen, da bereits neue deutsche Investoren eine Niederlassung mit den Steuervorteilen der ZEC beantragt haben. Seit ihrer Genehmigung durch die Europäische Union war die Ansiedlung von internationalem Kapital auf den Kanarischen Inseln eines der Hauptanliegen der ZEC. Dieses Ziel ist erreicht: über 78% der auf den Niedrigsteuergebiet der ZEC getätigten Investitionen kommen aus dem Ausland.

Deutschland ist eines der Länder, die in der ZEC am stärksten vertreten sind. Deshalb ist der deutsche Markt auch eines der wichtigsten Ziele für die Werbemaßnahmen des Konsortiums zur Gewinnung von ausländischen Investoren. Immerhin bestehen 13,45% der ZEC-Unternehmen ganz oder teilweise aus deutschem Kapital. Aufgrund dieses Anteils ist Deutschland nach Spanien das wichtigste Land unter den zugelassenen ZEC-Unternehmen.

Die Kanarische Sonderzone ist ein von der Europäischen Union genehmigtes Niedrigsteuersystem. Es wurde geschaffen, um die zu stark von den Sektoren Bau und Tourismus abhängige wirtschaftliche Grundlage der Kanaren zu verbreitern.

Um dieses Ziel zu erreichen, räumt die Union den Unternehmen eine Reihe von EU-weit einzigartig günstigen Steuerbedingungen ein, wenn sie im Gegenzug die auf dem Archipel wenig vertretenen Sektoren stärken und damit dazu beitragen, die Abhängigkeit von den vorherrschenden Wirtschaftszweigen zu lindern. Die ZEC-Unternehmen genießen bedeutende Steuervorteile wie etwa einen vergünstigten Körperschaftssteuersatz von 4%; der normale spanische Satz beträgt 30%.

Die Bedeutung des deutschen Kontingents auf den Kanaren

Ein weiterer Faktor, der die ZEC für deutsche Investoren besonders attraktiv macht, ist die große deutsche Kolonie auf den Inseln. Die deutsche Präsenz auf den Kanaren ist bereits seit dem 19. Jahrhundert belegt. Zu dieser Zeit siedelte sich im Zuge der Kolonisierung des afrikanischen Kontinents durch die europäischen Großmächte eine große Zahl von Schifffahrts- und Reedereiunternehmen in den großen Häfen des Archipels an, um die Schiffe auf ihrem Weg zwischen ihren Heimathäfen und den Kolonien in Afrika zu betreuen. Hierdurch entwickelten sich die Kanaren zu einem bedeutenden logistischen Knotenpunkt.

Gleichzeitig begründeten die frühen Zeiten des Kolonialismus den Ursprung der kanarischen Freihandelstradition. Diese Dynamik der Ansiedlung auf kanarischem Gebiet ging auch an Deutschland nicht spurlos vorbei. Im Lauf der Zeit verstärkte sich das deutsche Kontingent weiter. Heute leben nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts 35.574 Deutsche auf den Kanaren. Von diesen deutschen Einwohnern leben 21.024 in der Provinz Santa Cruz de Tenerife, während die übrigen 14.550 auf den Inseln der Provinz Las Palmas leben. Aber die deutschsprachige Präsenz auf dem Archipel ist sogar noch größer, als es die offiziellen Zahlen aussagen, denn viele Mitteleuropäer sind zwar weiterhin in ihren Ursprungsländern gemeldet, verbringen aber eine große Zeit des Jahres auf den Kanaren. Viele von ihnen haben hier ein Unternehmen.

Hinzu kommen die über zweieinhalb Millionen deutscher Touristen, die Jahr für Jahr die Kanarischen Inseln besuchen. Sie sind nach den Einwohnern des Vereinigten Königreichs das zweitgrößte Besucherkontingent. Alles in allem sind die Kanaren ein interessanter Markt für deutsche Investoren, und die Kanarische Sonderzone ist ein äußerst nützliches Instrument, um deren Investitionen in einen Markt mit einem großen Zukunftspotenzial und einer starken Anbindung an die deutschsprachigen Märkte zu lenken.

Ein Sozialpakt mit den Kanaren

Die Gründung einer Firma unter den Konditionen der Kanarischen Sonderzone (ZEC) bedeutet für den Unternehmer den Abschluss eines Sozialpakts mit dem Archipel. Der Unternehmer verpflichtet sich, auf den Kanaren Wohlstand in Sektoren zu schaffen, die als besonders wichtig für die Diversifizierung der Inseln angesehen werden. Im Gegenzug erhält er bedeutende Steuervergünstigungen eingeräumt.

Um unter dem Steuersystem der ZEC eine Gesellschaft zu gründen, muss ein Unternehmer eine Mindestinvestition tätigen und eine bestimmte Zahl an Arbeitsplätzen schaffen.

Auf den Inseln Gran Canaria oder Teneriffa sind eine Investition ab 100.000 Euro und mindestens fünf Neueinstellungen erforderlich. Da die übrigen Inseln eine kleinere Wirtschaft haben, genügt hier ein Investitionsvolumen von 50.000 Euro und die Schaffung von drei Arbeitsplätzen. Hierdurch geben die Unternehmer der kanarischen Wirtschaft Impulse, die für die Überwindung ihrer Abhängigkeit vom Tourismus von entscheidender Bedeutung sind. Als Gegenleistung erhalten sie die günstigsten Steuerkonditionen in ganz Europa.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zec.org

deutschland2@zec.org




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