Binter setzt auf Afrika


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Internationales Streckennetz ist noch defizitär

Die kanarische Airline Binter hat eingeräumt, dass die internationalen Routen weiter ein Verlustgeschäft sind. Bei einer Tagung präsentierten die westafrikanischen Reiseziele Gambia und Marokko sowie die Kapverdischen Inseln Vertretern kanarischer Reisebüros ihre Reize, mit dem Ziel, die Passgierzahlen zu erhöhen.

Wie der Präsident der Fluggesellschaft, Pedro Agustín del Castillo, bestätigte, sind die internationalen Flüge, die Binter zu Zielen in Westafrika anbietet, weiter defizitär. Dennoch müsse berücksichtigt werden, dass die neuen Routen noch „recht jung“ seien und immerhin einen jährlichen Passagierzuwachs von 10% verzeichnen, erklärte der Präsident. „Derzeit können wir nicht sagen, dass das internationale Streckennetz von Binter rentabel ist, sondern defizitär. Wir wollen jedoch erreichen, dass diese Routen konsolidiert werden, ein weiteres Wachstum verzeichnen und mit der Zeit tragbar werden“, erklärte del Castillo weiter. 

Wohl deshalb wurde von der kanarischen Fluggesellschaft eine Tagung veranstaltet, auf der unter dem Motto „Experience“ die westafrikanischen Binter-Destinationen Gambia und Marokko sowie die Kapverdischen Inseln Vertretern kanarischer Reisebüros ihre Reize präsentierten.

Die bis dahin rein regional operierende Fluggesellschaft Binter wagte vor zwölf Jahren den Sprung ins internationale Geschäft. Heute bietet Binter zwölf internationale Routen an. Im Streckennetz sind unter anderem Flüge nach Banjul, Lissabon, Casablanca, Dakar, El Aaiun, Marrakesch, Funchal, Praia und Sal. 

Bei der Tagung in Las Palmas zeichnete unter anderem die Beauftragte für die Tourismusförderung Gambias in Spanien, Trine Bruun, den Anwesenden ein Bild von den touristischen Sehenswürdigkeiten ihres Landes und von der gastfreundlichen Kultur. Urlauber von den Kanaren erreichen Gambia in gut zwei Stunden Flugzeit und finden dort eine komplett andere Kultur vor, können verschiedene Nationalparks und ein Schimpansen-Reservat besuchen, Flusspferde beobachten und sogar eine kleine Flusskreuzfahrt unternehmen.

Auch die Kapverdischen Inseln präsentierten sich auf der Tagung als den Kanaren nahes Reiseziel. Die Verantwortliche für Tourismusförderung, Ana Cristina Mendes, sieht den Inselstaat im Atlantik nicht als Konkurrenten der Destination Kanarische Inseln, sondern vielmehr als Ergänzung des touristischen Angebots Makaronesiens. 2015 kamen 600.000 Urlauber auf die Kapverden, und in den nächsten fünf Jahren wolle man die 1-Million-Marke knacken, erklärte Mendes. 

Und auch Marokko präsentierte sich auf der Fachtagung als ideales Urlaubsziel für Canarios, die fremde Kulturen kennenlernen möchten. Der Leiter des marokkanischen Tourismusbüros in Spanien, Mohammed Sofi, gab zu bedenken, dass viele Canarios den Nachbarstaat Marokko nicht kennen, „weil das, was in der Nähe liegt, meist aufgeschoben wird“. Doch man wolle nun mehr und mehr Residenten der Inseln ermutigen, die Schönheit und Vielseitigkeit Marokkos zu erkunden. „Wir haben Angebote für jeden Geschmack: Berge, Wüsten, Sport und Abenteuer“, erklärte er. Marokko empfängt jährlich 10,5 Millionen Urlauber, 80% davon aus Europa.




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