Bienen sterben den Hungertod


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Eine weitere Folge des Klimawandels auf den Kanarischen Inseln

Der Hunger könnte einen großen Teil der Bienenvölker auf Teneriffa ausrotten, befürchten die hiesigen Bienenzüchter, die schon jetzt den schlechtesten Honigertrag der letzten vierzig Jahre beklagen.

Wie Julio Díaz, Präsident des Verbandes der Imker Teneriffas APITEN kürzlich erklärte, tragen sich seine Mitglieder bereits mit den Gedanken, die Bienenvölker mit einer Zu­ckerlösung zu füttern, damit sie nicht an Entkräftung sterben.

Nach einem anormalen Winter mit geringen Niederschlägen und kurzen Hitze- und Kälteperioden, haben einige Tage mit extrem hohen Temperaturen das natürliche Kontrollsystem der Blütezeit der Pflanzen völlig durcheinander gebracht.

Die Konsequenzen dieser klimatologischen Ausnahmesituation sind besondern im Nationalpark des Teide auf Teneriffa zu spüren. Dort bringen die Imker ihre Bienenstöcke hinauf, um die Blütezeit des Ginsters und der Tajinasten zu nutzen.

„In den dreißig Jahren, in denen ich mich mit der Bienenzucht beschäftige, habe ich so etwas noch nicht erlebt. Einige unserer ältesten Mitglieder haben mir berichtet, dass es seit mehr als vierzig Jahren eine derartige Situation nicht mehr gegeben hat“, erklärte Díaz an anderer Stelle.

Verluste von bis zu 90% im Vergleich zum Vorjahr

Im vergangenen Jahr habe man bis Mitte Juni an den Standplätzen der Bienenstöcke im Guajaragebiet und bei Izaña bereits 1.300 Liter Honig eingesammelt, in diesem Jahr erst knapp hundert Liter. Den übrigen Imkern des Verbandes sei es ähnlich ergangen wie ihm. Sie beklagen Verluste von bis zu 90% gegenüber dem Vorjahr.

Einige von ihnen haben ihre Bienenstöcke bereits wieder heruntergeholt, andere Imker haben sie erst gar nicht heraufgebracht.

Die Situation sei hoffnungslos, klagt der Imkerpräsident, denn auch später blühende Spezies könnten jetzt den Schaden nicht mehr wettmachen.




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