Beschäftigungsplus in der Gastronomie und in der Pflege


Nach sieben Jahren Krise hat das Bauwesen an Bedeutung verloren

Eine Studie der Universität La Laguna (ULL), der Kanarischen Beobachtungsstelle für Arbeit (Obecan) und der Kanarischen Stiftung zur Förderung der Beschäftigung (Funcatra) hat sich mit den Veränderungen der kanarischen Wirtschaft während der über sieben Jahre andauernden Krise auseinandergesetzt und unter anderem ermittelt, dass mittlerweile mehr Canarios in der Hotellerie als im stark angeschlagenem Bauwesen beschäftigt sind.

Der Handel beschäftigt weiterhin die meisten Einheimischen. Vor sieben Jahren folgte noch das Bauwesen auf Platz zwei, doch sind während der Krise 85.000 Arbeitsplätze im Bau verloren gegangen, sodass der Sektor auf die dritte Stelle gerutscht ist. In der Hotellerie dagegen konnten 3.400  neue Arbeitsplätze geschaffen werden, womit dieser Wirtschaftszweig nun den zweiten Platz eingenommen hat. Allerdings fiel die Entwicklung innerhalb des Sektors unterschiedlich aus: Während bei den touristischen Unterkünften 9.200 Stellen abgebaut wurden, konnte die Restauration 12.600 neue Arbeitsplätze schaffen. Neben der Gastronomie hat auch das Gesundheitswesen während der Krise seinen Stellenwert ausbauen können. Hier wurden 7.000 neue Stellen besetzt, begründet durch die erhöhte Nachfrage nach einer qualifizierten Betreuung von Senioren, Kindern und behinderten Personen. Im öffentlichen Sektor wurden 5.800 Arbeitsplätze gestrichen, auch in der Landwirtschaft und der Industrie ging die Beschäftigung zurück.

In den vergangenen sieben Jahren gingen auf allen Inseln Arbeitsplätze verloren, doch laut der Studie war La Gomera am stärksten betroffen, wo zwischen 2007 und 2014 fast 29% weniger Arbeitsplätze gibt, gefolgt von El Hierro mit einem Abbau von 25%. Auf Teneriffa ging die Gesamtzahl der Arbeitsplätze um 18%, auf La Palma um 17%, auf Gran Canaria und Fuerteventura um 16% und auf Lanzarote um 15% zurück.

Weniger gemeldete Arbeitslose

Nach Angaben des Arbeitsministeriums waren am Jahresende 260.682 Einheimische und Residenten beim Arbeitsamt als arbeitslos gemeldet – 4,9% weniger als ein Jahr zuvor. Spanienweit schloss das Jahr mit 4.447.711 gemeldeten Arbeitslosen und somit 5,4% weniger ab.

Weiterhin gab das Arbeitsministerium bekannt, dass 135.873 bzw. über die Hälfte der als arbeitslos gemeldeten Canarios keine staatliche oder regionale Unterstützung beziehen. Diejenigen, die Arbeitslosenhilfe erhalten, müssen mit der zweitniedrigsten spanienweit auskommen (744,40 Euro im Durchschnitt).




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