Bademeister dringend gesucht!


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Neue Tourismusnormen sind unerfüllbar

José Fernando Cabrera, der Präsident von „Ashotel“, dem Hoteliersverband der westkanarischen Inseln, beklagte die Unmöglichkeit, in kurzer Zeit 12.000 Bademeister zu finden bzw. auszubilden.

So viele würden nämlich gebraucht, um die neuen Normen des „Paktes zur Konkurrenzfähigkeit“ zu erfüllen, zu dem sich die kanarische Regierung im Januar 2008 verpflichtet hat. Dahinter steht die Absicht, das perfekteste Reglement für den Tourismus in ganz Europa zu etablieren. Doch der Teufel steckt im Detail, wie etwa der Regelung, dass künftig jedes Schwimmbad für die gesamte Zeit in der es „geöffnet“, sprich zugänglich ist, durch einen lizenzierten Bademeister bewacht werden muss, selbst bei Pensionen mit nur zwei Betten. Dieser künstlich erzeugte Bedarf an Rettungskräften kann bei weitem nicht gedeckt werden, da nur 2.500 lizenzierte Bademeister überhaupt zur Verfügung stehen.

Eine andere, derzeit unerfüllbare Forderung ist ein Limousinenservice für gehobene Ansprüche, den alle 4- und 5-Sterne-Hotels anbieten müssen, sowie ein entsprechender Service für Surfer, Biker und andere Urlauber, deren Ge­päck größer als üblich ist. Auch das ist zur Zeit nicht im geforderten Ausmaß verfügbar.

Ganz spezielle Kritik richtete der Hotelier-Sprecher an die Küstenbehörde in Madrid, die auf den Kanaren, speziell auf Teneriffa, fast alle Veranstaltungen an Stränden verbietet, während dasselbe Gesetz auf dem Festland und den Balearen wesentlich „flexibler“ gehandhabt wird. Cabrera nannte als Beispiel Ibiza, wo fast täglich Strandfeten genehmigt werden, und selbst am Strand von Las Palmas gebe es deutlich mehr Aktivitäten. Teneriffa würde z.B. viele Kongresse verlieren, wenn noch nicht einmal ein Dinner am Strand serviert werden darf. Cabrera sprach daher von einer „diskriminatorischen Politik“, wenn auf Teneriffa „absolut gar nichts“ genehmigt und alle Vorschläge für umweltverträgliche Veranstaltungen von der Küstenbehörde einfach ignoriert werden.




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