Autohandel in der Krise


© Moisés Pérez

Schätzungen zufolge sollen in diesem Jahr nur 20.000 Fahrzeuge verkauft werden

Rafael Pombriego, Präsident des Verbandes kanarischer Autoimporteure und -händler (Fredica), gab im Gespräch mit der Tageszeitung El Día einen Einblick in die verheerende Lage des kanarischen Autohandels:

Innerhalb von viereinhalb Jahren ist der Markt um 65% eingebrochen. Pombriego schätzt, dass die Unternehmer 30% ihres Personals entlassen mussten, was bedeutet, dass rund 2.000 in diesem Sektor Beschäftigte ihre Stelle verloren haben.

Der Präsident von Fredica bedauerte die Situation der Personen, die nun arbeitslos sind, die oftmals sehr gut qualifiziert seien und deren Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt schwer werden könne. Auch hätten die Unternehmen viel Geld in berufliche Weiterbildungskurse investiert, die Angestellten aber dann entlassen müssen.

Pombriego wies darauf hin, dass die Politik der kanarischen Regierung „nicht den Verkauf fördere, eher das Gegenteil ist der Fall“. Damit bezog er sich nicht nur auf die Anhebung der kanarischen Mehrwertsteuer IGIC am 1. Juli, sondern auch auf die Einführung der neuen Abgabe für Einkaufszentren, denn aufgrund der großen Verkaufsflächen sind davon auch die Autohändler betroffen.

Seit vier Jahren folge ein schlechtes Jahr dem anderen. Bisher hätten nur vier oder fünf der fast 50 Händler auf den Kanaren schließen müssen, aber lange würde man nicht mehr durchhalten können. Die Krise fresse die in besseren Zeiten beiseite gelegten Notgroschen, und die Banken gäben kein Geld, sodass die mittelfristigen Prognosen „gar nicht gut“ seien, äußerte Pombriego mit besorgter Miene.

Von der kanarischen Regierung ist auch keine Hilfe zu erwarten. Der Fredica-Präsident erzählte, zu einem der letzten Treffen mit Javier González Ortiz, Leiter der Ressorts Wirtschaft und Finanzen, „sind wir mit Sorgen hingegangen und haben uns mit einer Steuererhöhung verabschiedet“.

Im Jahr 2007 lagen die Verkaufszahlen der kanarischen Autohändler bei über 100.000 Einheiten – selbst Pombriego gab zu, dass dies übermäßig war –, 2012 sollen schätzungsweise nur 20.000 Fahrzeuge verkauft werden.




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