Aquakultur: Ein strategischer Sektor für die Wirtschaft der Kanarischen Inseln


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Eine Information der kanarischen Sonderzone (ZEC)

Die Kanarischen Inseln haben sich auf dem Gebiet der Aquakultur an die Spitze gesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Geschäftstätigkeit mit einem enormen Potenzial, welche gerade eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt und sich zurzeit mitten in der Expansionsphase befindet.

Dieser hoch wettbewerbsfähige und rentable Produktionssektor hat einen herausragenden Status innerhalb der kanarischen Wirtschaft erreicht, angetrieben durch eine Reihe von Faktoren, die mit der Geeignetheit der Umgebung zu tun haben sowie der Tatsache, dass die Inseln über ein Niedrigsteuergebiet verfügen, die sogenannte Kanarische Sonderzone (ZEC), dessen Steuervorteile es zu einem Anziehungspol für Aquakulturunternehmen, die in den Bereichen Bewirtschaftung und Produktion tätig sind, gemacht hat.

In den letzten Jahren hat sich die Aquakulturbranche auf den Kanarischen Inseln als Wirtschaftszweig mit hervorragenden Zukunftsaussichten konsolidiert. Ihre Ausstrahlung stieg so stark an, dass die Fachleute des Sektors davon ausgehen, dass die Auswirkungen dieser Geschäftstätigkeit auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Kanaren die der Banane, Anbaupflanze par excellence auf den Inseln, übersteigen werden. Das ist generell auf die auf dem kanarischen Archipel für diese Aktivität herrschenden idealen Bedingungen zurückzuführen, die eine Ergänzung zum traditionellen Fischfang darstellt und derzeit eine herausragende Position unter den erfolgreichsten Unternehmensinitiativen des Marktes einnimmt. Die Bedingungen bezüglich des Klimas und der Küstenlage, der Tiefe des Meeresbodens und der Wasserqualität mit idealen Temperaturen (von um die 18 Grad) für die Zucht verschiedener Fischarten (hauptsächlich Doraden und Seebarsche), sowie die Verfügbarkeit gemeinsamer Einrichtungen und geregelte Praktiken sind die Voraussetzungen oder Faktoren, die die Verbreitung der zahlreichen Unternehmen, die im Bereich der Aquakultur tätig sind, begünstigt haben und deren Fischzuchtanstalten und Meeresfarmen heute entlang der gesamten Küste von Teneriffa, Gran Canaria und La Palma, besonders letzterer, verstreut sind.

Hervorzuheben ist, dass diese Bedingungen zur Ankurbelung der Aktivität geführt haben, es gibt aber noch weitere Faktoren, die bei der Bewertung der Entwicklung dieser Produktionstätigkeit zu be­rücksichtigen sind wie die Tatsache, dass die Kanarischen Inseln über eines der attraktivs­ten Steuersysteme der Europä-ischen Union verfügen, die Kanarische Sonderzone (ZEC), was die Ansiedlung und Entwicklung der Aquakulturbranche auf den Inseln ermöglicht hat. Dieses Instrument trägt dazu bei, dass die sieben ZEC-Unternehmen, die in der Aquakulturbranche tätig sind von einem festen Körperschaftssteuersatz von 4 Prozent gegen-über dem europäischen Durchschnitt von 25 Prozent profitieren. Eine Reduktion, die sie noch elf weitere Jahre, also bis zum Jahr 2019,  in Anspruch nehmen können. Dann kann, wenn die Regierung dies für angebracht hält, eine weitere Verlängerung der Laufzeit dieser staatlichen Beihilfe in Brüssel verhandelt werden.

Es hat sich auch der Umstand ergeben, dass sich ein Großteil dieser im Niedrigsteuergebiet tätigen Unternehmen auf der Insel La Palma angesiedelt hat, wobei sie (gemäß der von der Europäischen Kommission im Dezember des vergangenen Jahres verabschiedeten Gesetzgebung) dazu nur die geforderten Mindestbedingungen für ZEC-Unternehmen zu erfüllen haben. Das bedeutet, dass diese Unternehmen dazu verpflichtet sind, innerhalb von zwei Jahren 50.000 Euro zu investieren und drei Arbeitsplätze zu schaffen. Im Rahmen der ZEC gibt es mehrere Geschäftstätigkeiten, die auf dem Gebiet der Aquakultur ausgeübt werden dürfen und von der Produktion von Austernlarven, Miesmuscheln, Hummer und Garnelen bis hin zum Anbau von essbaren Algen reichen.

Zurzeit liegt die Zahl der Beschäftigten in ZEC-Unternehmen aus der Aquakulturbranche bei fast 70, und die Gesamtinvestition, zu der sich die Unternehmen auf den Kanarischen Inseln verpflichtet haben, beträgt 5,5 Millionen Euro. Die Tatsache, dass jedes dieser Unternehmen über eine erhebliche Anzahl von Mitarbeitern verfügt, zeigt, dass diese Tätigkeit zudem auch noch die Schaffung von Arbeitsplätzen ermöglicht, denn für den Betrieb der Farmen werden Arbeitskräfte benötigt, zum Beispiel zum Verpacken des Fisches. Außerhalb der ZEC gibt es auf den Kanaren noch weitere zwanzig Unternehmen, die in dieser Branche tätig sind und sich zu verschiedenen Vertrieben zusammengeschlossen haben.

Die von den kanarischen Fischzuchtanlagen vertriebenen Produkte sind hauptsächlich für das spanische Festland bestimmt. Siebzig Prozent der Produktion gehen dorthin, aber auch hier werden Fortschritte gemacht, und zusätzlich zu den üblichen Märkten wie den USA und Kanada wird auch schon auf neue Märkte wie das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland exportiert. In diesem Zusammenhang weisen Experten darauf hin, dass in den nächsten 15 Jahren die weltweite Versorgung immer mehr von den Produktionen der Aquakulturunternehmen stammen wird. Dass die Kanaren auf diesen Wirtschaftszweig gesetzt haben, war richtig, wie die Zahlen beweisen. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte die Produktion 12.000 Tonnen, eine Zahl, die sie auf den dritten Platz brachte, ganz in die Nähe von Andalusien und hinter die Region Valencia. Gemäß den Prognosen werden die Kanarischen Inseln in wenigen Jahren eine Produktion von stolzen 50.000 Tonnen erreichen. Die Daten deuten schon jetzt auf die zukünftige Ausstrahlung der Aktivität in der nationalen und internationalen Wirtschaft hin.

Weitere Informationen:

www.zec.org

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