Aquakultur auf dem Rückzug


© Moisés Pérez

Fischzucht erweist sich nachträglich als Risikounternehmen

In den sechs Jahren der Krise ist die Aquakultur auf den Kanaren um 23% zurückgegangen. Wurden im Jahr 2007 noch nahezu acht Tonnen Meeresfisch in schwimmenden Zuchtkäfigen gezogen, so waren es im Jahr 2012 nur noch etwas über sechs Tonnen.

Hauptsächlich Seebarsche (span. lubina) und Goldbrassen (dorada) werden in Gefangenschaft gezüchtet, in weit geringerem Umfang auch Seezungen (lenguado).

Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgangen sein, dass von den großen, kreisrunden, schwimmenden Käfigen, die unter anderem vor der Küste von San Andrés und im Süden vor Los Gigantes im Meer zu sehen waren, mittlerweile viele verschwunden sind.

Eigentlich sollte die Aquakultur die Rettung der kanarischen Fischereiwirtschaft werden, doch erscheint es eher so, als sei auch in diesem Wirtschaftszweig eine Blase geplatzt. Die im regionalen Ordnungsplan für die kanarische Fischzucht vollmundig für das Jahr 2016 prognostizierte Produktion von 50.000 Tonnen Fisch pro Jahr ist in unerreichbare Ferne gerückt, denn dafür müsste sich der aktuelle Ertrag verachtfachen, was kaum zu erwarten ist.

In der Anfangsphase der Aquakultur hatte es auf den Kanarischen Inseln eine regelrechte Goldgräberstimmung gegeben, viele Investoren zogen eigene Projekte auf, um ihre Investitionen zu streuen, auch gelockt von den Subventionen der Europäischen Union. Sehr viele dieser Projekte sind heute stillgelegt und in Konkurs. Zu diesem Niedergang hat auch die harte Konkurrenz auf den globalen Märkten und die große Entfernung der Betriebe von ihren Abnehmern beigetragen.




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