Apotheker in Sorge


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Gesundheitsressort ist wieder säumig

Ende letzten Jahres gingen die kanarischen Apotheker fast auf die Barrikaden. Mit Recht, befand sich das kanarische Gesundheitsressort doch vier Monate im Rückstand mit den Zahlungen.

Aufgrund des geschrumpften Etats für 2011 konnten die angefallenen 117 Millionen Euro nicht ausgeglichen werden, sodass die Apotheker Kredite bei den Banken aufnehmen mussten, um an Patienten und Kunden weiter Medikamente ausgeben zu können.

Damals versprach Brígida Mendoza, Leiterin des Gesundheitsressorts, im neuen Jahr als Erstes die Schulden zu begleichen. Doch schon zu dieser Zeit befürchteten die Apotheker, dass 2012 der Etat noch schneller ausgeschöpft sein würde.

Nun wurde Mendoza bei einer Plenarsitzung des kanarischen Parlaments Anfang März nach dem neuesten Stand befragt. Die Politikerin antwortete daraufhin, die Monate September, Oktober, November und Dezember 2011 seien bezahlt und Mitte März würde sich die Region auf dem letzten Stand der Zahlungen befinden.

Aus den Reihen der Parlamentarier wurde die Forderung laut, die Regierung solle die nötigen Maßnahmen ergreifen und verhindern, dass sich in diesem Jahr die schwierige Situation wiederhole. Denn: „Gehen die Apotheker pleite, geht das Gesundheitswesen pleite.“

Die Apotheker jedenfalls sehen schon wieder dunkle Wolken am Horizont aufziehen, denn einige Tage später war immer noch nicht die längst fällige Januar-Rechnung beglichen und der 20. März, Fälligkeitsdatum für die Februar-Rechnung, stand bereits kurz bevor. Danach könnte das Gesundheitsressort schon wieder mit über 80 Millionen Euro (Januar: 42,6 Millionen Euro) bei den Apothekern in der Kreide stehen, deren Rücklagen geschrumpft sind und die beim nächsten Engpass schwerer an einen Bankkredit kämen.

Alicia Wildpret, Generalsekretärin der Apothekenkammer der Provinz Santa Cruz de Tenerife (COFT), bestätigte, die Apotheker seien besorgt, denn abgesehen von der erneuten Säumigkeit gäbe es noch ein weiteres Problem. Der Etat des letzten Jahres habe nur bis Ende August gereicht, in diesem Jahr müssten auch noch die für den Schuldenausgleich entnommenen 117 Millionen Euro abgezogen werden, sodass bereits im Juli wieder kein Geld für Medikamente vorhanden sein könnte.




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