Apotheker bereiten sich auf Engpass vor


Im September soll der Medikamentenetat ausgeschöpft sein

Der kanarische Arzneimitteletat reicht nicht bis zum Jahresende aus, doch zumindest sind die Apotheker in diesem Jahr vorgewarnt.

Im vergangenen Jahr war der Topf des Gesundheitsressorts Ende August ausgeschöpft, und erst als die Apotheker schon über zwei Monate auf ihre Zahlungen warteten, setzte man sich an einen Tisch. Schlussendlich beantragten die Apotheken Kredite bei den Banken, das kanarische Gesundheitsressort verbürgte sich. Aus dem Medikamentenetat 2012 wurden die fehlenden Zahlungen für 2011 entnommen, sodass schon am Jahresanfang absehbar war, dass die Mittel wieder nicht ausreichen würden (das Wochenblatt berichtete).

Nun gab Guillermo Schwartz, Präsident der Apothekenkammer der Provinz Santa Cruz de Tenerife, bekannt, die Kosten müssten um 25% gesenkt werden, um den Etat bis Jahresende strecken zu können. Die derzeitige Ersparnis von 9% reiche nicht aus, sodass ab September wohl wieder keine Gelder mehr fließen würden.

Doch die Apotheker wollen vorbereitet sein, und Schwartz erklärte, bereits Gespräche mit verschiedenen Finanzinstituten aufgenommen zu haben. Man will nicht wieder monatelang auf das dringend benötigte Geld warten müssen.

„Die Situation ist sehr schlecht, aber wir müssen die Zähne zusammenbeißen, weiter arbeiten und nach vorne schauen,“ so Schwartz, der darauf hinwies, dass die Lage in anderen autonomen Regionen noch viel schlimmer sei. Als Beispiel nannte er Valencia, wo die Apotheker gerade erst die Medikamentenkosten von Januar bezahlt bekommen hätten.

Gegenüber dem kanarischen Gesundheitsressort empfinden die Apotheker keinen Groll. Laut Schwartz sei es zwar logisch, dass man mit einem Etat für 12 Monate keine 16 Monate abdecken könne, doch das Gesundheitsressort habe sich immer offen und gesprächsbereit gezeigt und die Apotheker gerade jetzt, bei der Einführung des Zuzahlungssystems, stark miteinbezogen und unterstützt. Also wolle man auch nicht mit Schließungen oder anderen Aktionen gegen die höchstwahrscheinlich ab September ausbleibenden Zahlungen protestieren, sondern vielmehr schon jetzt aktiv werden und nach Alternativen suchen.

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