Apotheken in Not


Erheblicher Zahlungsverzug bringt den pharmazeutischen Einzelhandel in Bedrängnis

Versorgungsprobleme, Personalkürzungen und finanzielle Einbußen von 30%: Die Lage der hiesigen Apotheken war in den letzten vier Jahren nicht einfach.

Der Grund für die komplizierte Situation ist die Tatsache, dass die Kanarische Regierung die von den Ärzten der „Seguridad Social“ verordneten Medikamente seit 2010 nicht pünktlich bezahlt.

Für das laufende Jahr 2014 ist sogar noch ein Teil der Septemberabrechnungen offen. Insgesamt 8% der Rechnungssumme sowie die gesamten Beträge der Monate Oktober und November stehen ebenfalls noch aus. Im Ganzen haben die Apotheken 70 Millionen Euro vorfinanziert.

Für die Begleichung dieses Millionenbetrages hat das Gesundheitsressort wieder einmal einen Zahlungsplan vorgelegt. Demnach soll erst im Februar ein Teil der Novemberrechnung beglichen werden. Eine Abschlagszahlung der Oktober- und die Dezemberrechnung wird dann gezahlt, wenn das Jahresbudget 2015 in Kraft tritt.

„Es handelt sich um ein chronisches Problem, welches in den letzten Jahren immer drängender wird. Unsere Kosten steigen ständig, aber die im Haushaltsplan vorgesehene Steigerung der Medikamentenkosten entspricht nicht der Realität“, berichtet Manuel Díaz Feria, Präsident des Apothekerverbandes.

Die Apothekervereinigung konstatiert einen monatlichen Unkostenzuwachs zwischen drei und fünf Prozent. Viele kanarische Apotheken sind schon verschuldet und können nur mit Hilfe von Krediten ihre Geschäftstätigkeit aufrechterhalten und die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter sichern.

Angesichts des Budgets für 2015 bereitet sich das Apothekergremium erneut auf ein finanziell hoch problematisches Jahr vor.




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