Angstfaktor Arbeitslosigkeit


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21,18% Arbeitslosenquote im letzten Quartal 2008

Die Arbeitslosigkeit wird nach Schätzungen der Regionalregierung auf den Kanarischen Inseln im Laufe dieses Jahres noch weiter zunehmen. Dies gab der regionale Minister für Arbeit, Industrie und Handel, Jorge Rodríguez, ohne Umschweife zu.

Dennoch hoffe man, der negativen Entwicklung der Arbeitslosenquote durch gezielte Maßnahmen des im vergangenen Jahr verabschiedeten „Plan Canario de Empleo“ entgegenwirken zu können. Dies teilte Rodríguez wenige Tage bevor das Statistik­amt die neuesten Zahlen veröffentlichte mit. Mittlerweile und angesichts der äußerst düsteren Aussichten für die nächsten Monate dürfte sich selbst der zuversichtlich wirkende Minister niedergeschmettert fühlen. 

Die am 23. Januar bekanntgegebenen Zahlen des Statistikamtes bestätigen die schlimmsten Vorahnungen. Im letzten Quartal 2008 kletterte die Arbeitslosenquote auf den Kanaren auf 21,18%. Nach dem Mikrozensus der Erwerbsbevölkerung nahm die Arbeitslosigkeit auf den Inseln über das Jahr gesehen um 110.700 Personen zu – im Vergleich zum Vorjahr ein Unterschied von 98,13%, die stärkste Steigerung in ganz Spanien. Auf den Kanaren waren somit bei Jahresende 2008 insgesamt 223.600 Menschen ohne Arbeit.

Auch auf nationaler Ebene bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen. Im vergangenen Jahr stieg die Arbeitslosenquote bis auf 13,91% – der höchste Wert aller EU-Staaten –, was über 3,2 Millionen Erwerbslosen entspricht.

Die kanarische Regierung will ihre Bemühungen zur Senkung der Arbeitslosigkeit nach Auskunft von Jorge Rodríguez auf die Diversifikation der Wirtschaft konzentrieren. „Die Lage ist schlecht und wird dieses Jahr über auch weiterhin schlecht bleiben“, räumte er ein. Ganz besonders betroffen ist der Bausektor, dessen Beschäftigungsentwicklung Rodríguez als „besorgniserregend“ bezeichnete. Dies scheint angesichts der Lage am Bau fast zu niedrig gegriffen, denn wie eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts CEPREDE ergab, waren die Kanarischen Inseln 2008 landesweit die Region, in der die Beschäftigung am Bau am stärks­ten abgenommen hat. Dieser Wirtschaftssektor registrierte bei Jahresende auf den Inseln eine Arbeitslosenquote von sage und schreibe 33%.




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