2030: Mittlere Berufe gefragter als Akademiker


Pedro Sánchez. Foto: EFE

„Ausbildungsberufe werden zu Unrecht unterschätzt“, sagt Ministerpräsident Pedro Sánchez

Madrid – Der Studie Skills Forecast des Europäisches Zentrums für die Förderung der Berufsbildung, Cedefop, und der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeits- bedingungen, Eurofound, über die Zukunft der Arbeit zufolge, werden die Arbeitsplätze, welche in Spanien neu entstehen, zu 65% Absolventen mittlerer Berufsbildungsgänge (FP) erfordern und zu 35% Akademiker oder Absolventen der gehobenen Berufsbildung (FP grado superior). Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird der Studie nach vor allem im Dienstleistungssektor wachsen. Dies bedeutet für Spanien eine nicht unerhebliche Herausforderung, denn das Land weist bei eben diesen mittleren Berufsbildungsgängen eine der geringsten Teilnehmerraten aller OECD-Länder auf, 12% gegenüber einem Durchschnitt innerhalb der OECD von 26%.

Immerhin hat Spanien in diesem Bereich schon Fortschritte erzielt. Im vergangenen Ausbildungsjahr waren über 824.000 Auszubildende in der FP eingeschrieben, 71% mehr als noch vor zehn Jahren. Doch es werden noch weitere Anstrengungen nötig sein, denn, laut OECD, sind diejenigen Länder bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit am erfolgreichsten, die ein gut funktionierendes Ausbildungsprogramm für die mittleren Berufe haben.

„Die mittlere Berufsbildung hat ein ungerechtes soziales Ansehen, das nicht zeitgemäß ist. Das sind keine niedrig qualifizierten Berufe. Sie müssen aufgewertet werden“, erklärte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vor 400 Unternehmern und Ausbildern im Rahmen eines Forums und kündigte Maßnahmen an, die dieses Ausbildungsmodell stärken sollen. Von der Schaffung weiterer Ausbildungsplätze war jedoch nicht die Rede, obwohl dieses Thema den Unternehmern und Gewerkschaften besonders am Herzen liegt. Nach Ansicht eines Arbeitgeberbundes fehlen 150.000 Ausbildungsplätze, um mit den wirtschaftlich führenden EU-Nationen mithalten zu können.





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