Rückblick

Ruckblick 347

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Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Während sich in der heutigen Zeit die Preise für Lebensmittel, aber auch in den Restaurants, Cafés und Bars in geregelten Bahnen bewegen und die großen Supermärkte mit günstigen Preisen und Sonderangeboten um die Gunst der Kunden kämpfen, bewegen sich die Kosten des sogenannten Warenkorbs nur noch in Bruchteilen von Prozenten nach oben oder unten. Das war vor dreißig Jahren allerdings wesentlich anders. Anfang der 1990er-Jahre lagen die Preise in den Restaurants, Cafés, aber auch beim Einkauf der Familien, hier auf den Inseln weit über dem nationalen Durchschnitt. Ein Anstieg des Lebenshaltungskosten-Index von sage und schreibe sieben Prozent im Jahr 1989 veranlasste die Regierung der Kanaren, entsprechen-de Maßnahmen zu ergreifen. Das geschah natürlich vor allen Dingen im Hinblick auf den Tourismus, denn die verantwortlichen Politiker sahen in den ständig steigenden Preisen auch eine Ursache für die rückläufigen Urlauberzahlen und die sich anbahnende Tourismuskrise.

In unserer Ausgabe vom 16. März 1990 berichteten wir über eine Aktion der Kanarenregierung, speziell ausgearbeitete Fragebogen an die Firmen zu verteilen. Zunächst wurden diese auf jeder Insel nur in bestimmten Gemeinden ausgegeben, wie auf Teneriffa in Puerto de la Cruz und Los Cristianos/Playa de las Américas.

Die Nachricht:

Den Preistreibern wird auf die Finger geklopft

Der Ernährungssektor der Kanarischen Inseln – darunter zu verstehen sind Restaurants, Bars, Imbissstuben, Supermärkte sowie andere Einzelhandelsgeschäfte der Lebensmittelbranche – wird in den kommenden Monaten strengen Kontrollen unterzogen, um überhöhte Preise und Missverhältnisse im Preis-Qualitätsniveau zu unterbinden. Die kanarische Regierung hat zu diesem Zweck einen Sonderausschuss ins Leben gerufen, dem u.a. der kanarische Minister für Wirtschaft und Handel, Luis Hernández sowie Tourismusminister Blas Rosales angehören. Die Kommission und ihr Aufgabenbereich wurden vor einigen Tagen in Las Palmas de Gran Canaria der Öffentlichkeit vorgestellt. Der ungewöhnlich starke Anstieg des Lebenshaltungskosten-Index, der hier auf den Kanaren mit über sieben Prozent wieder erheblich über dem nationalen Durchschnitt lag, und die Rezession auf dem Tourismus-Sektor haben die Regierung der Kanaren zu drastischen Maßnahmen veranlasst. Neben genauen Preiskontrollen werden die Inspektoren auch überprüfen, ob offizielle Preislisten ausliegen, die Waren korrekt ausgezeichnet sind und den Kunden ordnungsgemäße Rechnungen oder Kassenzettel ausgehändigt werden. In einem Monat wird der Regionale Verbraucherrat erneut zusammentreten, um die ersten Daten dieser Kampagne zu analysieren.

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Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.
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