Es ist nicht alles Fußball!


Foto: EFE

Bronzemedaillen für Spanien im Snowboardcross und Eiskunstlauf

Madrid – Mit zwei Bronzemedaillen war Spanien so erfolgreich wie nie zuvor bei Olympischen Winterspielen. Zum ersten Mal in 26 Jahren standen spanische Sportler bei Winterspielen auf dem Treppchen. Obwohl im Medaillenspiegel auf den letzten Plätzen, ist die Freude riesig. Besonders bei den beiden Edelmetallgewinnern in Pyeongchang, Regino Hernández und Javier Fernández.

Snowboardcrosser Regino Hernández: „Ich habe für unser Land Geschichte geschrieben!“

„Ich habe für unser Land Geschichte geschrieben“, erklärte Regino Hernández (26), der überraschend im Snowboardcross die Bronzemedaille gewann, überglücklich bei seiner Rückkehr aus Südkorea. Der Flug sei völlig entspannt gewesen, weil die Airline ihm ein Upgrade auf Business Class gegönnt habe, freute er sich im Kreis seiner Familie, Freunde und Fans, die ihn auf dem Flughafen von Madrid mit spanischen Flaggen und falschen Bärten empfingen. „Ich bin sehr glücklich, denn ich habe es geschafft, für unser Land und unseren Sport Geschichte zu schreiben“. Der aus Ceuta gebürtige Sportler, der seit seiner Kindheit in Mijas (Málaga) lebt, bedankte sich für die Unterstützung über die sozialen Netzwerke und die Berichterstattung in den Medien, wodurch bewiesen sei, „dass in Spanien nicht alles Fußball ist“. In Spanien gebe es keine „Schnee-Kultur“, bedauerte Regino, denn Wintersport werde hierzulande nur als Freizeitvergnügen, nicht jedoch als Wettkampfsport betrieben. Er hoffe, dass sich das nun mit den beiden bei den Winterspielen 2018 gewonnenen Medaillen ändere.

Regino Hernández, dessen dichter schwarzer Bart zu seinem Markenzeichen geworden ist, sorgte in den Tagen nach seinem Erfolg auch wegen einer ulkigen Wette für Schlagzeilen. Mit seinem Medaillengewinn hat er nämlich eine Tattoo-Wette verloren, die es jetzt einzulösen gilt. Er wird sich das Gesicht seines Servicemanns Gianluca Trionte tätowieren lassen und dieser seines. Beide haben bereits wissen lassen, dass sie die Wette natürlich einlösen werden. „Zum Glück habe ich viele Tattoos, also hoffe ich, dass ich dieses an einer unauffälligen Stelle unterbringen kann“, witzelte Regino.

Die beiden Edelmetalle, die Regino Hernández im Snowboard und der ebenfalls 26-jährige Madrilene Javier Fernández im Eiskunstlauf bei Pyeongchang 2018 holten, sind die ersten seit 1992 und die dritte und vierte Medaille überhaupt in der Geschichte der Winterspiele für Spanien.

Javier Fernández, der ebenso wie Regino Hernández, auch in Sotchi 2014 mit dabei war, belegte vor vier Jahren mit seiner Kür Platz vier. Die Medaille so knapp zu verpassen, habe ihn damals schwer getroffen. Mit Bronze habe er sich von einer Last befreit, erklärte er. „Ich sah es als meine letzte Chance, eine Medaille zu gewinnen, denn in vier Jahren, mit 30, wäre ich bei Olympia wie ein Opa“. Nur knapp hatte Fernández die Silbermedaille verfehlt. Ein Fehler bei einem Sprung, dem vierfachen Salchow, bei dem Fernández nur drei Drehungen schaffte, setzte den Japaner Shoma Uno knapp vor ihn auf den zweiten Platz.

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