Zwei Meeresschildkröten gerettet


Eine der Schildkröten in den Händen eines Pflegers in der Wildtier-Auffangstation. Foto: CABCGC

Die Tiere waren lebensgefährlich in Fischernetze verheddert

Gran Canaria – Zwei junge Meeresschildkröten der Art Caretta Caretta (Unechte Karettschildkröte) erholen sich derzeit in einer Auffangstation für Wildtiere auf Gran Canaria von den Verletzungen, die sie durch Fischernetze erlitten haben. Die Tiere waren, wie so viele ihrer Artgenossen, in die Fischernetze geraten und hatten sich darin verheddert. Ein Strandspaziergänger fand sie am Ufer des Strandes El Confital und alarmierte umgehend die Polizei, die wiederum das Umweltamt der Insel verständigte.
Auf Gran Canaria gibt es ein Zentrum, das auf die Betreuung und Behandlung verletzter Wildtiere spezialisiert ist und zu dessen Einrichtungen auch Wassertanks gehören, in denen sich die Meeresschildkröten nun erholen können. Zunächst wurden sie durch Fachpersonal behutsam von den Fischernetzen befreit, danach wurden sie einem Gesundheitscheck inklusive Röntgenaufnahme unterzogen, um sicherzustellen, dass sie keine schweren Verletzungen davongetragen hatten. Da die Tiere durch die Fischernetze um ihren Hals offenbar längere Zeit an der Nahrungsaufnahme gehindert wurden, werden sie nun unter anderem durch Infusionen aufgepäppelt, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden.
Das Umweltamt der Inselverwaltung bittet die Bevölkerung, im Falle der Sichtung einer verletzten oder in Fischernetzen verfangenen Meeres- schildkröte, nicht selbst zu versuchen, die Netze zu entfernen, sondern immer das Umweltamt zu benachrichtigen, da die Netze fachgerecht entfernt werden müssen.
Wer eine gestrandete Meeresschildkröte sichtet, kann entweder den Notruf 112 wählen oder direkt eine der folgenden Nummern: 928 350 286 oder 928 351 970.
Die Leiterin des Umweltamtes der Insel, Inés Jiménez, wies auf das Leid hin, das diesen Tieren durch den Menschen zugefügt wird, wenn die Fischernetze im Meer zurückgelassen werden. Auch Plastiktüten, Flaschen und Dosen, die an Land weggeworfen werden, stellen eine große Gefahr für die Meeresbewohner dar, da sie früher oder später durch den Regen ins Meer gespült werden. Daher appellierte Inés Jiménez an die Verantwortung jedes Einzelnen, Müll korrekt zu entsorgen.

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