Waldbrandrisiko Müllkippe


Foto: EFE

Die Umwelt-Staatsanwaltschaft fordert Vorsichtsmaßnahmen

Madrid – In Spanien gibt es noch immer über hundert Müllkippen, von denen ein hohes Waldbrandrisiko ausgeht. Deshalb fordert die Umwelt-Staatsanwaltschaft von kommunalen Verwaltungen und Betreibern Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahr.  Obwohl die Waldbrandsaison noch nicht einmal begonnen hat, sind in diesem Jahr schon 32.155 Hektar spanischer Wälder ein Raub der Flammen geworden. Insgesamt waren bis Ende April, nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, 4.483 Vorfälle zu verzeichnen, vom kleinen, schnell kontrollierten Brandherd bis zum ausgewachsenen Waldbrand.

Nicht selten haben diese Feuer ihren Ursprung im Umfeld einer Mülldeponie, weshalb die Staatsanwaltschaft fordert, die Vorsichtsmaßnahmen zu erhöhen und hat an alle Provinzstaatsanwaltschaften Listen derjenigen Deponien, Hochspannungs­leitungen und Grillplätze verschickt, von denen ein erhöhtes Brandrisiko ausgeht. Diese wiederum sollen nun die Gemeindeverwaltungen, Eigentümer und Unternehmen, die für  diese Infrastrukturen zuständig sind, informieren , dass diese als Hochrisikopunkte einzustufen und entsprechend zu sichern sind. Die Listen werden alljährlich unter Mitarbeit der Sicherheitskräfte erstellt. Für das Jahr 2018 waren 118 Müllkippen aufgelistet, die ein hohes Risiko darstellen. Dabei handelt es sich um Deponien, die in Waldgebieten liegen oder nicht ordnungsgemäß betrieben werden. Hinzu kommen 53 Hochspannungsleitungen und 469 Grillplätze, von denen potenziell besondere Brandgefahr ausgeht. Darüber hinaus sind die Provinzstaatsanwälte  angewiesen, im Fall eines Waldbrandes gegen die Verantwortlichen dieser Einrichtungen wegen fahrlässiger Brandstiftung zu ermitteln.

Was die Hochrisiko-behafteten Müllkippen angeht, so vereinigt die autonome Region Andalusien mit 44 Anlagen die meisten Problemfälle auf sich, allein 30 davon befinden sich in der Provinz Almería. Auch bei den Hochspannungsleitungen führt Andalusien die Liste der autonomen Regionen mit 34 Gefahrenpunkten an, und Almería mit 19 die Liste der Provinzen. Bei der Gefahr durch öffentliche Grillplätze sind Andalusien mit 133 und Castilla y León mit 110 die größten Sorgenkinder.

Wie die Umwelt-Staatsanwaltschaft konstatiert, hat die jährlich durchgeführte Warnung und Kontrolle der Deponien, Stromleitungen und Grillplätze schon zu einer deutlichen Verbesserung geführt, und auch die Zahl der als gefährlich eingestuften Anlagen ging zurück. So reduzierte sich beispielsweise die Anzahl der Müllkippen, die ein hohes Waldbrandrisiko bergen, von 153 im Jahr 2017 auf 118 im Jahr 2018.

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