Spanischer Windpark in der Ostsee


Der von Iberdrola konstruierte und zukünftig betriebene Mega-Offshore-Windpark liegt zwischen Rügen und Bornholm. Foto: iberdrola

Iberdrola kündigt die Fertigstellung des Offshore-Windparks „Wikinger“ für Oktober an

Sassnitz – Zwischen den Inseln Rügen und Bornholm entsteht derzeit einer der bislang größten Offshore-Windparks, den Hersteller und Betreiber Iberdrola „Wikinger“ getauft hat.

Im März 2016 wurde mit dem Bau auf hoher See begonnen. Bereits im vergangenen Januar wurden die Gründung der Jacket-Fundamente und die Innerpark-

Verlegung abgeschlossen. Mitte Februar berichtete Iberdrola, das erste von 70 Windkraftwerken erfolgreich installiert zu haben. Bis Ende Oktober will der spanische Stromerzeugungskonzern das Mammutprojekt abgeschlossen und bis dahin 1,4 Milliarden Euro investiert haben. Dann sollen auf einer Fläche von 35 Quadratkilometern 70 im Kreis angelegte „Riesen-Windmühlen“ 350.000 deutsche Haushalte versorgen, wie Projektleiter Estanislao Rey-Baltar mitteilte.

Doch bis dahin hat Iberdrola noch eine Vielzahl von Windkraftwerken zu installieren. Alle paar Tage wird im Hafen von Sassnitz die „Brave Term“, ein sogenanntes „Errichterschiff“ der Reederei Fred. Olsen, mit den Einzelteilen von drei Windkraftanlagen beladen. Befindet sich das Schiff – etwa zehn Seemeilen entfernt – an Ort und Stelle, werden die Standbeine ausgefahren und der Schwerlastkran beginnt, auf den Jacket-Fundamenten die Windkraftanlagen zu errichten. Dafür stellt Fred. Olsen für die Nutzung der „Brave Term“ täglich 200.000 Euro in Rechnung.

Die Verkabelung der Anlagen mit dem Umspannwerk „Andalucía“ – welches übrigens von Regionalpräsidentin Susana Díaz getauft wurde – ist bereits abgeschlossen. Die Arbeiten an den Windkraftanlagen laufen noch. Diese sind, wie üblich bei Anlagen auf hoher See, größer als die an Land: der Turm misst 90 m, jedes Rotorblatt 61 m. Mit der sie verbindenden Nabe ergeben die Rotorblätter einen Durchmesser von 135 m. Jede dieser Monster-Anlagen wiegt 700 Tonnen. Die Windkraftanlagen stehen auf sogenannten Jacket-Fundamenten, die ca. 40 m unter der Meeresoberfläche im Meeresboden verankert sind und 20 m aus dem Meer herausragen. Die Fundamente sind in Fene (A Coruña) und Dänemark, die Türme in Avilés (Asturien), die Getriebe und die Rotorblätter in Bremerhaven und Stade und das Umspannwerk in Puerto Real (Cádiz) hergestellt worden.

Der neue Offshore-Windpark „Wikinger“ soll eine Leistung von 350 MW erzeugen. Iberdrola wird den Windpark 25 Jahre lang betreiben, 20% des Stromverbrauchs von Mecklenburg-Vorpommern abdecken und 220 Millionen Euro jährlich einnehmen.




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