Sensoren zur Prävention von Waldbränden


Der Naturpark Corona Forestal ist das größte Naturschutzgebiet auf den Kanaren. Foto: Turismo de tenerife

Cabildo erweitert die Waldbrandsaison auf das gesamte Jahr

Teneriffa – Cabildo-Präsident Carlos Alonso hat die Installation von Sensoren zur Verhinderung von Waldbränden im Naturpark Corona Forestal angekündigt. Diese Sensoren werden nicht nur der Vorbeugung von Waldbränden, sondern auch einer effektiveren Brandbekämpfung dienen. Dabei handele es sich laut Alonso um ein neuartiges und bislang in Spanien einzigartiges System.

Vorher muss jedoch ein entsprechendes Abkommen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Universitäten unterzeichnet werden, um die Finanzierung des fast sieben Millionen Euro teuren Projektes zu sichern. Das Cabildo wird eine Million Euro beisteuern, das Ministerium die übrigen knapp sechs Millionen Euro übernehmen. Gemäß Alonso soll das Abkommen noch in diesem Sommer zustande kommen. Der Auftrag sei generell dem Leiter des Ressorts Tenerife 2030 erteilt und somit unabhängig von dem Wahlergebnis beschlossen worden.

Es sollen Sensoren installiert werden, die Daten über ein telematisches Kommunikationssystem an die Gateways auf den bereits vorhandenen Überwachungstürmen senden, die diese wiederum an den Supercomputer des Cabildos weiterleiten.

Die gesammelten Daten sollen zur Erstellung von „Modellen zur Vorbeugung von Risiken“ dienen. Auch soll eine „Brennmaterial-Karte“ erstellt werden, dank der die Gebiete ausgewiesen werden, die unter bestimmten Bedingungen anfälliger für einen Waldbrand sind.

Alonso gab allerdings keine Details über die Art der Daten bekannt, die von den Sensoren erfasst werden sollen. Infrage kämen hier insbesondere Sensoren zur Messung des Feuchtigkeitsgehaltes der Biomasse.

In Deutschland wird zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden ein automatisiertes System zur Raucherkennung eingesetzt. Dank eines optischen Sensors und einer automatischen Software wird ein Brand bereits im Entstehungsstadium (Schwelbrand) gemeldet. Dieses System nennt sich FireWatch.

Allgemein werden zur Berechnung der Gefährdungslage von Waldbränden Wetterwerte wie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate etc. hinzugezogen. Von besonderer Bedeutung ist auch die Klassifizierung der Waldgebiete nach der Zünd- und Brennfähigkeit der Baumarten oder deren phänologischer Entwicklung (die im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen). Es gibt diverse Risikoeinstufungs- und Risikowarnsysteme in Europa. So gilt das Projekt „Alpine Forest Wire Warning System“, an welchem diverse öffentliche Institutionen teilnehmen, als Entscheidungshilfe für die Feuerwehren im alpinen Bereich.

Der Cabildo-Präsident erklärte, die Inselverwaltung arbeite seit Jahren an einem solchen Projekt zur Waldbrand­verhütung. Aufgrund des Klimawandels und der zunehmenden Nutzung der Wälder durch den Menschen sei das Waldbrandrisiko gestiegen und somit auch die Notwendigkeit einer effektiven Prävention. Das Cabildo habe die Waldbrandsaison mittlerweile auf das ganze Jahr ausgeweitet, gab Alonso weiter bekannt.

„Die Waldkrone“

Der Naturpark Corona Forestal erstreckt sich über 41.067 Hektar rund um den Teide und ist das größte Naturschutzgebiet auf den Kanaren. Die Corona Forestal zeichnet sich durch ihren hohen Waldbestand aus. Von dem Naturpark geht ein Großteil der Schluchten (Barrancos) aus, die von großer Bedeutung für die Wasserabläufe im Norden und Süden Teneriffas sind.

Ihr Baumbestand verhindert die Erosion des Bodens. Die Flora wird von der Kanarischen Kiefer, den Kanarischen Lorbeerbäumen und der Baumheide beherrscht.




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