Equinor beantragt Fläche für Offshore-Windpark


Die Illustration zeigt das Prinzip eines schwimmenden Windparks, wie er im Hywind Scotland, dem weltweit ersten kommerziell genutzten Windpark dieser Art vor der Küste Schottlands, realisiert wurde. Foto: STATOIL

Drei Kilometer vor Juan Grande auf Gran Canaria soll ein Park aus schwimmenden Windkraftanlagen entstehen

Kanarische Inseln – Das staatliche norwegische Energieunternehmen Equinor, bis 2018 unter dem Namen Statoil bekannt, will den ersten kommerziell genutzten Offshore-Windpark Spaniens errichten und hat dafür bei der Zentralregierung die Nutzung einer Meeresfläche, drei Kilometer vor der Küste von Juan Grande auf Gran Canaria, beantragt.

Das Unternehmen ist Eigentümer des weltweit einzigen kommerziell genutzten schwimmenden Windparks, dem Hywind Scotland in der Nordsee vor Schottland, und hat kürzlich eine Niederlassung auf den Kanaren gegründet.

Das Meeresgebiet südöstlich von Gran Canaria wurde für das Vorhaben ausgewählt, weil dort bezüglich des Seegangs, der Wassertiefe und der Windverhältnisse gute Bedingungen herrschen. Die geplante Anlage wird 200 Megawatt Leistung haben, ein Drittel der gesamten, bisher auf den Kanaren installierten Leistung aus Erneuerbaren Energien. 860 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in das Projekt investiert werden.

Das Umweltministerium muss diesen Antrag nun veröffentlichen. Falls es keine weiteren Interessenten gibt, wird Equinor beginnen, die notwendigen Genehmigungen zu beantragen. Wenn dieser Prozess noch im laufenden Jahr 2019 initiiert werden kann, könnten die schwimmenden, am Meeresboden verankerten Windmühlen in fünf Jahren ans Netz gehen.

Interesse an nachhaltigem Energiemodell

Die Kanarenregierung hat großes Interesse daran, ein nachhaltiges Energiemodell auf den Inseln zu etablieren. Der kanarische Industrieminister Pedro Ortega erklärte, die Regionalregierung werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um dem Projekt den Weg zu ebnen. Er hofft auf ein baldiges Treffen mit den Verantwortlichen der Zentralregierung, um eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu bilden, welche die Verfahren und Fristen beschleunigen kann. Zudem müsse das Projekt von Equinor durch eine Energieplanung und die Schaffung von Strukturen begleitet werden, die es ermöglichen, den Strom, den der Offshore-Windpark erzeugt, abzunehmen.

Die Regionalregierung hat drei Meeresgebiete als besonders geeignet für Offshore-Windparks ausgewiesen: Je eines vor den Küsten von Teneriffa und Gran Canaria und eines zwischen den Inseln Fuerteventura und Lanzarote. Equinor hat sich für Gran Canaria entschieden. Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Interessenten, die im Archipel schwimmende Windparks anlegen wollen.

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