El Hierro: 24 Tage sauberer Strom


Foto. Cabildo de El Hierro

Erneuter Weltrekord dank des innovativen Windwasserkraftwerks

El Hierro – Fünf Jahre sind seit der Einweihung des Windwasserkraftwerkes vergangen. Seitdem hat die kleine Insel weltweit Ruhm erlangt als erstes Gebiet, das seinen Stromverbrauch autark und allein mit Erneuerbaren Energien abdecken kann. Es wurde ein Weltrekord nach dem anderen aufgestellt, weil es zunehmend gelang, die Zeiträume, in denen der Energieverbrauch der Insel allein von dem Windwasserkraftwerk abgedeckt wird, auszuweiten. Nun gab das Cabildo einen neuen Weltrekord bekannt, nachdem der Stromverbrauch 24 Tage lang – vom 13. Juli bis 7. August – allein von dem Windwasserkraftwerk abgedeckt worden war.

Seit dem 9. August 2015, als die Inselverwaltung zum ersten Mal eine hundertprozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien bekannt gab, konnte der Dieselgenerator für 4.800 Stunden abgeschaltet werden. Damit wurde der Ausstoß von 80.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid verhindert.

Alpidio Armas, Präsident des Cabildos und des Betreiberunternehmens Gorona del Viento, hob hervor, der neue Rekord von 24 Tagen sei ein weiterer Schritt, um sich von der Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen endgültig zu verabschieden und sich vollständig mit Erneuerbaren Energien zu versorgen.

Fünf Jahre nach seiner Einweihung ist das Windwasserkraftwerk von El Hierro weltweit zum Vorbild und Modell für andere isolierte Gebiete geworden. Darüber hinaus würde das Kraftwerk Experten, Wissenschaftler und interessierte Personen aus aller Welt anziehen, erklärte Armas.

Wind und Wasser

Das Windwasserkraftwerk besteht aus einem Windpark, einer Pumpstation, zwei Wasserbecken, einem Turbinenwerk und einer Verteilerstelle.

Der Windpark besteht aus fünf in Deutschland hergestellten Windkraftanlagen, die den Strom für die Versorgung der gesamten Insel produzieren. Bei geringem Verbrauch, beispielsweise nachts, werden mit dem überschüssigen Strom die Pumpen angetrieben, die Wasser aus dem unteren Auffangbecken in das über 680 m höher gelegene obere Becken befördern. Auf diese Weise wird der überschüssige Strom sozusagen „gespeichert“. Denn wenn kein Wind weht, wird das Wasser aus dem oberen Becken freigegeben und schießt wieder hinunter in das untere Becken. Dabei werden Turbinen angetrieben, welche die Energie in Strom umwandeln, der über die Verteilerstelle ins Netz geleitet wird.

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