Bienen-Klau unter Kollegen?


Sind Bienen erst einmal in einen anderen Kasten umgesetzt, ist ein Diebstahl nicht mehr nachzuweisen. Foto: CABTF

Die Imker stehen wegen geringer Honigernten und hoher Bienensterblichkeit unter Druck

Teneriffa – Die Imker haben schon seit mehreren Jahren mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Seit geraumer Zeit kommt zu den durch Trockenheit bedingten schlechten Erträgen und dem Sterben zahlreicher Bienenstöcke wegen des Einsatzes von Pestiziden auch noch der Diebstahl von Bienenvölkern hinzu.

Der Präsident von Apiten, der Imkervereinigung von Teneriffa, Pablo José Pestano, glaubt, dass die geringe Produktion und die demgegenüber stehende hohe Nachfrage nach kanarischem Honig den einen oder anderen dazu bringen, „mitzunehmen, was nicht ihnen gehört“.

Wie Pestano berichtet, kommen die Diebstähle in allen Teilen der Insel vor. In letzter Zeit seien vor allem in Güímar mehrere Bienenvölker spurlos verschwunden. Er nimmt an, dass Imker für diese Diebstähle verantwortlich sind, die ob des Honigmangels ihre Lieferverpflichtungen nicht einhalten können. Es sei nicht einfach, einen Bienenstock zu stehlen, dazu brauche es Fachwissen. Die Tatsache, dass die Bienenstöcke in ländlichen Gebieten abseits der Siedlungen aufgestellt sind, erleichtere den Dieben ihr Vorhaben.

Ein weiteres Motiv für den Bienenklau könnte die hohe Nachfrage nach Bienenvölkern sein. Aus einem großen Bienenstock kann ein sachkundiger Dieb drei kleinere machen und diese verkaufen. Denn die fleißigen Insekten sind nicht nur für die Honigproduktion gefragt, sondern werden auch gerne in Anpflanzungen aufgestellt, um dort für die Bestäubung der Nutzpflanzen zu sorgen.

Leider, so Pestana, sei es praktisch unmöglich, gestohlene Bienen zu identifizieren. Sie müssten nur in eine andere Kiste umgesetzt werden, und schon sei die Spur verwischt.

Doch mittlerweile haben die Imker begonnen, gegen die Raubzüge „aufzurüsten“. Mittels eines GPS-Systems, das in den Bienenstöcken angebracht wird, kann der Besitzer auch aus der Ferne bemerken, wenn sie bewegt werden. Diese Methode wird auf dem spanischen Festland schon angewandt, und die Imker von Teneriffa wollen sie nun auf die Insel importieren.

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