Bärchen-Segen in den Pyrenäen


Die Braunbären sind in Katalonien wieder heimisch geworden. Fotos: EFE

Das Wiederansiedelungsprogramm für Braunbären ist erfolgreich, 2016 wurde eine Rekordzahl an Bärenjungen geboren

Barcelona – In den Pyrenäen sind die Braunbären aus dem Winterschlaf erwacht. Die Wildhüter, welche das Programm der katalanischen Regionalregierung für die Wiederansiedelung dieser Tiere betreuen, konnten sich im vergangenen Jahr über einen wahren Babyboom bei Meister Petz freuen. Bei einem Bestand von 15 erwachsenen Braunbären kamen 2016 zehn Bärenjunge zur Welt.

Die Braunbären sind in Katalonien wieder heimisch geworden. Fotos: EFE

Insgesamt wurde Ende 2016 im katalanischen Teil der Pyrenäen eine Bärenpopulation von 31 Tieren gezählt. Die meisten von ihnen stammen von dem 27-jährigen Bären Pyros ab, der aus Slowenien stammt und 1996 in den Pyrenäen ausgewildert wurde. Um die genetische Vielfalt zu fördern, wurde im letzten Sommer ein weiterer männlicher Braunbär namens Goiat aus Slowenien geholt und freigelassen. Die Gesamtpopulation bestand Ende letzten Jahres aus fünf erwachsenen Männchen sowie zehn erwachsenen Weibchen und 16 Jungtieren. Allein im Jahr 2016 wurden zehn Bärenjunge geboren, ein Meilenstein in der Geschichte der Wiederansiedelung des Braunbären in Katalonien.

Dank eines Halsbandes mit Sender, welches der Neuzugang Goiat um den Hals trägt, weiß man, dass dieses Bärenmännchen seinen Winterschlaf am 28. November letzten Jahres in einer Höhle im Vall de Varradòs angetreten und am 16. März endgültig beendet hat. In der Zwischenzeit wachte er mehrere Male auf und verließ die Höhle für kurze Zeit.

60 Kilo anfuttern

Nun ist er damit beschäftigt, das Tal nach Essbarem zu durchstöbern, um die rund 60 verlorenen Kilogramm Körpergewicht wiederzugewinnen. – Braunbären ernähren sich größtenteils von Knollen, Früchten und Blättern sowie auch in geringerem Maße von Insektenlarven, Nagern, Fischen oder Aas. – Danach, so hofft man, wird Goiat die Herzen der Bärendamen in seiner Umgebung im Sturm erobern und so das Inzuchtproblem, welches sich aus der 21-jährigen Dominanz von Pyros ergeben hat, lösen helfen.

Wenn die Bären auch für den Menschen bei Einhaltung einiger Vorsichtsmaßnahmen kaum gefährlich sind, so richten sie doch hier und da Schäden an. Im Verlauf des vergangenen Jahres wurden 33 Übergriffe auf Nutzvieh und Bienenkörbe gemeldet. Der Sachschaden, der auf Antrag erstattet wird, betrug insgesamt 9.332 Euro.

In ganz Spanien soll es nach Schätzungen der Braunbären-Stiftung „Fundación Oso Pardo“ rund 300 freilebende Bären geben.




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