Zweiter Schlag nach dem Waffenstillstand


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Regierung hält den Druck auf ETA aufrecht

Die Nationalpolizei konnte der Terrororganisation ETA erneut einen schweren Schlag zufügen, den zweiten nachdem die Terroristen einen Waffenstillstand erklärt hatten.

Madrid – Die Struktur von Askapena, einer Organisation die nach der Ansicht des Innenministeriums der internationale Arm der ETA war, konnte komplett zerschlagen werden.

Koordiniert durch den Richter am Nationalgericht Pablo Ruz, der den suspendierten Richter Baltazar Garzón vertritt, konnten sieben Personen in verschiedenen Städten des Baskenlandes und von Navarra festgenommen werden. „Ihnen wird vorgeworfen, Propaganda der ETA verbreitet und Kommunikationskanäle mit anderen Terrororganisationen wie der kolumbianischen FARC geschaffen zu haben“, erklärte Generalstaatsanwalt Cándido Conde-Pumpido.

Der Polizeieinsatz erfolgte im Morgengrauen. In Getxo und Baracaldo Region Vizcaya wurden zwei Personen verhaftet, in Renteria/Guipúzcoa, in Arruaza/Navarra und in Pamplona jeweils eine Person. In Victoria schließlich konnten Rubén Rolando Sánchez sowie der Deutsche Walter Wendelin verhaftet werden. Letzterer wird übrigens als Kopf der Bande angesehen. Die sieben Männer, zwischen 24 und 53 Jahre alt, wurden inzwischen nach Madrid überführt.

Die Zerschlagung der Gruppe ist das Ergebnis von Untersuchungen, die bereits 2008 begannen und sich gegen das so genannte Team für internationale Arbeit, eine Untergruppe der ETA, richtete. Die Aufgaben, die Askapena zu erfüllen hatte und die Personen die mit den verschiedenen Aufgaben vertraut waren, wurden in Aufzeichnungen gefunden, die sich im Besitz des Ex-ETA-Chefs Francisco Javier López Peña alias Thierry befanden, als er 2008 in Bordeaux von der französischen Polizei verhaftet wurde.

Zu den letzten Aufgaben der jetzt ausgehobenen Bande gehörte die Verbreitung einer Mitteilung, in der die nach Venezuela geflüchteten Angehörigen der ETA sich offiziell zu dem am 5. September verkündeten Waffenstillstand bekannten.

Erst vor drei Wochen konnte die Führungsspitze von Ekin zerschlagen werden, deren Aufgabe es war, die Anweisungen der Terroristen an die verschiedenen Gruppierungen der extremen linken „Abertzale“ weiterzuleiten. Die Guardia Civil konnte neun Personen festnehmen, die sich alle in Haft befinden. Der Kampf gegen ETA hat also auch nach dem Waffenstillstand nicht nachgelassen.

Innenminister Alfredo Rubalcaba erneuerte vor einigen Tagen sein Versprechen, in der Antiterror-Politik der Regierung keinen Millimeter zurückzuweichen. Den verkündeten Waffenstillstand so der Minister, halte die Regierung für absolut unzureichend. Der Innenminister der Regierung des Baskenlandes, Rodolfo Ares, erklärte seinerseits, die jüngsten Verhaftungen seien ein Beweis dafür, dass sich die verschiedenen Sicherheitsorgane nicht im Waffenstillstand befinden.

Die verbotene baskische Partei Batasuna, die als politischer Arm der Terrororganisation ETA gilt, führte die Verhaftungen auf die derzeit „offene“ Situation zurück. Die Aktionen der Polizei bezeichnete sie als eine Attacke auf den Friedensprozess, der derzeit im Baskenland angestrebt werde.




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