Zweite Chance per Fernlehrgang


Die Anzahl der Berufsschüler, die von zu Hause aus lernen, hat sich verdreifacht

Die Krise am Arbeitsmarkt bringt viele junge Menschen dazu, ihr Heil über den zweiten Bildungsweg zu suchen und ihre Chancen durch einen höheren Bildungsabschluss zu verbessern.

Madrid/Sevilla – Viele Jugendliche entscheiden sich, länger zu lernen oder bereits abgebrochene Studien wieder aufzunehmen, statt in die Arbeitslosigkeit zu gehen. Und so sind in diesem Schuljahr 282.000 Schüler mehr als noch im Jahrgang 2008/2009 in Abitur- oder Berufsbildungslehrgängen eingeschrieben. Hierbei haben sich Fernlehrgänge zu einem der Hauptwege des Wiedereinstiegs entwickelt. Im Bereich Abitur ist der Fernunterricht seit Beginn der Krise um 54% gewachsen, bei den Berufsausbildungen sind es sogar 3,6-mal mehr Auszubildende, die sich für den Fernunterricht entscheiden.

Über 93% des Unterrichtsangebots in diesem Sektor kommt von öffentlichen Lehrinstituten.

Andalusien führt im Bereich Fernabitur. Hier hat sich die Schülerzahl verdoppelt und ist bei über 17.000 angesiedelt. Bei der Fernberufsbildung stellt Andalusien zusammen mit den Kanaren und Katalonien die Hälfte aller Schüler.

Die durch die Krise induzierte längere Verweildauer im Bildungssystem und der Anstieg der Teilnehmer auf dem zweiten Bildungsweg haben dazu geführt, dass die Schulabbrecherquote auf den niedrigsten Stand gesunken ist, seit eine Statistik darüber geführt wird. Dennoch ist sie mit 24,9% im Jahr 2012 immer noch eine der höchsten Eu­ropas. Gerade deswegen stoßen die massiven Kürzungen im Bildungssektor, die sich seit 2009 auf 5,7 Milliarden Euro summieren, auf harsche Kritik.

Die Zahl der Schüler in Vor-, Grund-, Ober- und Berufsschule ist in den letzten zwölf Jahren stetig gestiegen und liegt zurzeit bei über acht Millionen. Demgegenüber wurde  die Zahl der Lehrer stetig reduziert, im vergangenen Schul­­jahr um 21.800. Mit insgesamt 475.000 Lehrern ist die Zahl aktuell so niedrig wie zuletzt im Schuljahr 2007/2008, als es fast 600.000 Schüler weniger gab.




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