Zwei Verletzte beim Stiertreiben


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Rund 100 Tierschützer protestierten gegen die Grausamkeit des mittelalterlichen Brauchs

Jedes Jahr findet in dem 9.000-Seelen-Ort Tordesillas in der Autonomen Region Valladolid das Stierkampfturnier „Torneo del Toro de la Vega“ statt.

Tordesillas – Dabei wird ein Stier zunächst von den Teilnehmern durch die Straßen des Städtchens getrieben und dann hinaus ins Feld, wo ihn Hunderte mit Speeren bewaffnete Reiter und Fußgänger erwarten und versuchen, ihn zu töten. Gelingt es den Kämpfern nicht, den Stier zur Strecke zu bringen oder entkommt dieser aus dem Turniergebiet, so lässt man ihn leben.

Das aus dem Mittelalter stammende und in Spanien einzigartige Spektakel ist äußerst umstritten und jedes Jahr kommen Demonstranten mit Transparenten und begleiten das Event mit ihrem Protest. In der diesjährigen Ausgabe hat der Stier „Vulcano“ zwei Teilnehmer auf die Hörner genommen. Einer davon ist der Fotograf Pedro Armestre von der Agentur France Press, der hinter einem Baum Deckung gesucht hatte, als der Stier ihn auf die Hörner nahm und ihm schwere Verletzungen am rechten Bein beibrachte. Er musste daraufhin am Knie operiert werden. Der zweite Verunglückte kam mit weniger schweren Verletzungen davon. 

Sieger des Turniers wurde ein arbeitsloser Bauarbeiter namens David Rodríguez aus Tordesillas, der zum ersten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen und den 580-Kilo-Stier mit zwei Lanzenstichen getötet hat. Wie der Bürgermeister der Stadt verlauten ließ, kamen zu der Veranstaltung um die 50.000 Besucher, darunter 100 Tierschützer, die während des Events mit Plakaten gegen die Tierquälerei protestierten.




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