Zugeständnisse für Kasino-Kaiser


Madrid senkt Glücksspiel-Steuer zum Start von Eurovegas

Ende 2013 soll am Rand von Madrid mit dem Bau des Spielerparadieses Eurovegas begonnen werden (das Wochenblatt berichtete). Ist der mit sieben Milliarden Euro veranschlagte Riesenkomplex aus Ferienanlagen, Spielkasinos, Theater, Luxusrestaurants, Museen, Einkaufszentren, Golfplätzen und Kongresszentrum einmal fertiggestellt, wird die Region die Glücksspiel-Steuer erheblich senken.

Madrid – Promoter Sheldon Adelson hatte seine Entscheidung für den Standort Madrid unter die Bedingung gestellt, dass die Glücksspiel-Steuer erheblich gesenkt werden müsste. Schlussendlich war Barcelona aus dem Rennen um den Standort ausgeschieden, und die Entscheidung fiel auf die Hauptstadt. Nun hat Regionalpräsident Ignacio González die von seiner Vorgängerin Esperanza Aguirre gemachten Zugeständnisse eingehalten. Um Adelson zufriedenzustellen senkte er nun die Glücksspielsteuer von 45% auf 10% – zum Vergleich: die Balearen und Kantabrien kassieren sage und schreibe 60%, Las Vegas – der Ort, der Adelson in den Kasino-Olymp erhob – nur zwischen 6 und  8%). González gab jetzt offen zu: „Bei Projekten wie Eurovegas handelt es sich wegen ihres Investitionsvolumens und der bedeutenden Schaffung von Arbeitsplätzen um Ausnahmeprojekte, die in den Genuss von Vorteilen kommen müssen.“

Des Weiteren schuf Madrids Regionalpräsident extra für Eurovegas die Rechtsfigur des Integrierten Zentrums für wirtschaftliche Entwicklung (Centro Integrado de Desarrollo, CID). Für die CIDs wurden bürokratische Schranken bei der Einstellung von Arbeitskräften abgeschafft und Beschäftigungsanreize eingeführt. Außerdem kommt, zumindest innerhalb der Regionalgrenzen von Madrid, eine solche „künstliche Stadt“ in den Genuss einer um 95% gesenkten Steuer für Vermögensübertragungen.

Den Wunsch Sheldon Adelsons, das Rauchen in seinen Kasinos zu erlauben, konnte González jedoch wegen mangelnder Kompetenz nicht erfüllen. Auch das Spielverbot für Minderjährige erhält Madrid auf jeden Fall aufrecht. Eine  Spielkontrollkommission soll über die Einhaltung der Vereinbarungen wachen.




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