Zu viele Häuser


© La Caixa

Der Immobilienbestand der Banken wächst weiter

Der Immobilienbestand der spanischen Banken erhöht sich laufend, weil es den Kreditinstituten nicht möglich ist, auch nur annähernd so viele Häuser, Wohnungen, Büros, Geschäftsgebäude und Grundstücke zu veräußern, wie sie durch das Platzen unzähliger Hypothekenkredite infolge der Krise erwerben.

Madrid – In der ersten Hälfte dieses Jahres ist das Immobilienvermögen der dreizehn größten Finanzinstitute Spaniens um 6,1 Milliarden Euro angewachsen. Insgesamt besitzen diese dreizehn Banken Gebäude und Grundstücke im Wert von 90,2 Milliarden Euro. Trotz entsprechender Bemühungen schaffen es die Banken nicht, gegen diesen Berg „anzuverkaufen“. Der Bestand liegt sogar noch über dem, der 2011 erreicht wurde, kurz bevor alle toxischen Werte in die Bad Bank abgeschoben wurden.

90,2 Milliarden machen den Wert der Immobilien in den Büchern der Banken aus, nach Abzug verschiedener Kosten und Wertkorrekturen bleibt ein realistischerer Wert von 46 Milliarden Euro und daraus folgend ein Anstieg im ersten Halbjahr 2014 von „nur“ 3,7 Milliarden an realen Werten. 

Am schnellsten wächst der „giftigste“, das heißt der am schwersten verkäufliche Posten, die Grundstücke. Was hier durch Kreditausfälle hereinkommt, wird nicht annähernd durch Verkäufe wieder ausgeglichen. Der angesammelte Wert macht mit 35 Milliarden Euro in den Büchern über ein Drittel des Gesamtbestandes aus, ein Anstieg von 1,45 Milliarden Euro in sechs Monaten.

Weitere große Posten, die ebenfalls weiter wachsen, sind Gebäude aus der Finanzierung der Projekte von Bauunternehmen sowie Häuser und Wohnungen von Privatpersonen, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. In diesen beiden Bereichen beträgt der Anstieg jeweils 1,4 Milliarden Euro.

Die Banken mit den größten Immobilienbeständen sind La Caixa und Banco Popular, gefolgt von Banco Sabadell und BBVA. Bankinter dagegen ist das Geldinstitut mit dem geringsten Immobilienbestand.

BFA-Bankia, NCG Banco, Catalunya Banc, Liberbank und BMN konnten seinerzeit den größten Teil ihrer Immobilienlast aus Bauprojekten in der Bad Bank abladen. Doch seither ist diese durch die hohe Zahl der Kreditausfälle wieder stark angestiegen.




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