Zu viele Filmproduktionen für zu wenig Publikum


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Dank öffentlicher Fördergelder wurden 2008 in Spanien 173 Filme gedreht

„Spain is different“, witzelte sarkastisch ein Unternehmer aus der spanischen Filmbranche im Hinblick auf die Tatsache, dass hierzulande jedes Jahr weniger Menschen ins Kino gehen und trotzdem mehr Filme gedreht werden.

Madrid – Krise hin oder her, fernab von jeglichen marktwirtschaftlichen Gesetzen oder, was fast noch schlimmer ist, fernab der Vorlieben des Publikums, wird in Spanien ein Film nach dem anderen gedreht.

So kamen im vergangenen Jahr beispielsweise 173 Filme zusammen. Gemessen an der Einwohnerzahl wurden in Spanien 2008 demnach sogar mehr Filme gedreht, als beispielsweise in den USA oder in Frankreich. Möglich ist dies dank großzügiger öffentlicher Fördergelder von der Zentralregierung, den Regionalregierungen, dem dazu gesetzlich verpflichteten staatlichen Fernsehen und auf freiwilliger Ebene auch den privaten Sendern.

Das habe eine Tendenz zur regelrechten Fließband-Produktion von Filmen ge­nährt, wird nun immer mehr kritisiert, durch die man sich allem Anschein nach einfach nur Fördergelder sichern will, nicht aber weil ein wirklich fundiertes Projekt dahinter steht.

100 Zuschauer im Kino

Ergebnis ist, dass in den letzten Jahren rund 100 spanische Filme gar nicht erst den Weg in die Kinosäle gefunden haben bzw. sich mit maximal 100 Zuschauern begnügen mussten.

Das gilt selbst für Mega-Produktionen wie den 2006 gedrehten Film „Manolete“, der trotz Hauptdarstellern wie Adrien Brody, Penélope Cruz und Santiago Segura bislang immer noch nicht in die Kinos gekommen ist.




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