Zerstörtes Dorf wartet seit 3 Monaten auf öffentliche Hilfen


Bei der Explosion waren 340 Häuser teils schwer beschädigt worden. Foto: EFE

Im Mai war in Tui eine illegale Feuerwerksfabrik explodiert

Santiago del Compostela – Die Einwohner von Tui sind verzweifelt. Nachdem am 23. Mai eine gewaltige Explosion in einer illegalen Feuerwerksfabrik zwei Personen getötet, 37 Menschen verletzt und 340 Häuser beschädigt hatte – 26 davon müssen komplett abgerissen werden –, lassen die finanziellen Hilfen auf sich warten.

Drei Monate später sind die beiden verwaisten Kinder des marokkanischen Ehepaares, das von den Trümmern erschlagen wurde, bei einer Pflegefamilie in Tui untergekommen. Das „Epizentrum“ der Explosion ist immer noch abgesperrt, und die Bürger können daher nicht in ihre zum Teil komplett zerstörten Wohnhäuser zurückkehren.

Einige haben zwar die Zusage der Kostenübernahme seitens ihrer Versicherung vorliegen, doch können sie keine Renovierung vornehmen, weil die Trümmer den Zugang immer noch versperren. Andere warten auf die Unterstützung durch die galicische Regionalregierung, wollen diese jedoch nur annehmen, wenn ihnen die Befreiung von der Steuerpflicht bestätigt wurde. Damit verwandele sich die sogenannte „Subvention“ zu einem „Darlehen“, klagte Salvador García, Sprecher der Betroffenenvereinigung. Helfen würde die Erklärung zum Katastrophengebiet, doch diese gäbe es nur im Fall von Naturkatastrophen.

Der Betreiber der illegalen Feuerwerksfabrik sitzt im Gefängnis. Die Betroffenen haben sich dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen ihn und die Verantwortlichen, die den Betrieb der illegalen Feuerwerksfabrik nicht verhinderten, angeschlossen.




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