Zapatero besuchte China und Japan


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Um die Marke Spanien in Asien zu verkaufen

In der vergangenen Woche unternahm der Präsident eine mehrtägige Asienreise. Er besuchte China und machte seinen ersten offiziellen Besuch in Japan.

Madrid/Peking/Tokio – Der Zweck seiner Reise: die Marke Spanien bei zwei der größten Wirtschaftsmächte weltweit vorzustellen und das Wachstumspotenzial seines Landes zu erläutern.

Die erste Station seiner Reise war Shanghai, dort präsidierte er den Tag Spaniens auf der Weltausstellung und brachte ein außergewöhnliches Andenken mit: Den Pokal der Fußballweltmeisterschaft den die spanische Nationalmannschaft in Südafrika gewinnen konnte.

Spanien habe besonders große finanzielle Anstrengungen unternommen um einen emblematischen Pavillon auf der Expo zu präsentieren, erklärte der Präsident bei seinem Besuch. Beim asiatischen Giganten wollte Spanien seine Produkte aber auch Kultur und Lebensart in entsprechender Form darstellen, handele es sich beim Gastgeber doch um ein Land, das bald die zweite Wirtschaftsmacht der Welt sein wird und Japan bereits überholt habe.

Bei seinem Rundgang besuchte er den chinesischen und den spanischen Pavillon, sowie die Abteilungen von Madrid, Barcelona und Bilbao.

Er nahm auch an einem Treffen teil, das die spanische Industrie- und Handelskammer in Shanghai mit chinesischen Wirtschaftsführern ausgerichtet hatte. In seiner Begleitung befanden sich Außenminister Moratinos sowie die Minister für Industrie, Forschung und Wissenschaft und Technologie. Auch der Präsident des spanischen Unternehmerverbandes CEOE, Gerardo Díaz Ferrán war mit von der Partie. Vor den versammelten Gästen unterstrich Zapatero die ständig wachsenden Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern, wobei ein enormer Überhang zugunsten von China bestehe.

Besuch bei Premier Wen Jiabao

Die nächste Etappe war dann Peking. Dort traf er sich mit Premierminister Wen Jiabao. Er sei davon überzeugt, dass Impulse für Investitionen immer von guten politischen Relationen abhängen, erklärte er vor Journalisten, die ihn auf der Reise begleiteten. Glücklicherweise seien die Beziehungen zwischen Spanien und China als exzellent zu bezeichnen. Er nahm auch die Gelegenheit wahr, um bei einem Mittagessen mit den wichtigsten chinesischen Reiseveranstaltern die Vorzüge Spaniens als Reise- und Urlaubsland zu unterstreichen.

Der chinesische Premier gra­tulierte Zapatero zu den Sparmaßnahmen die er eingeleitet hat, um das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen. Der spanische Präsident hat allen Grund ihm dankbar zu sein, denn die chinesische Zentral Bank kaufte in den schlimmsten Momenten der Finanzkrise spanische Staatsanleihen. Allein im Juli hatte Wen Jiabao Anweisung gegeben, Staatsanleihen im Wert von 1,2 Milliarden Euro zu kaufen. Bei dem Gespräch zwischen den beiden Staatsmännern wurde erneut das Thema Tourismusförderung aufgegriffen. Dabei hat Zapatero zugesagt, die Visa-Vergabe für Chinesen zu vereinfachen, die in der Regel in Reisegruppen nach Spanien kommen. Hier möchte die spanische Regierung die Zahl der Besucher verdreifachen. Lediglich 90.000 Chinesen reisten im Jahr 2009 nach Spanien, das ist weniger als die Hälfte der chinesischen Touristen, die Deutschland oder England besuchen.

Audienz im Kaiserpalast

Mit einem Besuch in Japan schloss Präsident Zapatero seine Asienreise ab. Er traf mit dem japanischen Premierminister Naoto Kan zusammen und wurde von Kaiser Akihito empfangen. Später reiste er nach Kyoto weiter, wo er Gespräche mit dem Ehrenpräsidenten von Mitsubishi, Mikio Sasaki, führte. Es gebe sehr gute Perspektiven, dass die nordspanische Stadt Vigo Standort für die Fabrik sein wird, in der die Batterien für die japanischen Elektro-Autos hergestellt werden sollen, berichtete er später. Es geht um Investitionen in der Größenordnung von 500 Millionen Euro. Österreich ist einer der Mitbewerber um den Standort der Fabrik.




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