Wohnungsbauministerium stellt neuen Plan vor


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Angesichts des Einbruchs des Wohnungsmarktes

Das von der sozialdemokratischen Regierung bei Amtsantritt im Jahr 2004 neu gegründete Ministerium für Wohnungsbau hegt ehrgeizige Pläne.

Madrid – Während das Ministerium im Laufe seiner ersten Legislaturperiode noch beliebter Gegenstand von Spott und Witzeleien aller Art war – man denke nur an die sogenannten mini-pisos, die 30 qm-Studios, mit denen die damalige Wohnungsbauministerin María Antonio Trujillo noch heute öffentlich aufgezogen wird -, hat es nicht zuletzt durch den Einbruch des Immobilienmarktes und verstärkt auch durch die Weltfinanzkrise an Bedeutung gewonnen.

Beatriz Corredor, die inzwischen dritte Ministerin für Wohnungsbau, könnte ihm nun sogar zu Ansehen verhelfen. Ende Oktober hat sie den Entwurf für den „Plan Estatal de Vivienda 2009-2012“, also den für die kommenden vier Jahre geltenden Staatsplan für Wohnungsbau, vorgestellt und bei der Gelegenheit gleich einmal klargestellt, dass es bei ihr keine Notwendigkeit mehr geben wird, ihre Vorhaben in den Medien durch den Kakao zu ziehen. Sie und ihre Mitarbeiter scheinen sich nämlich ernsthafte Gedanken darüber gemacht zu haben, wie man nach dem Einbruch des Immobilienmarktes und in Zeiten der akuten Finanz- und Bankenkrise den Einwohnern eines Landes, das traditionell mehr Immobilieneigentümer als Mieter hat, unter die Arme greifen kann.

Der Plan gründet hauptsächlich auf zwei Stützpfeilern. Einmal sollen die staatlichen Hilfen für den Kauf einer Immobilie vor allem für Familien mit geringem Einkommen flexibilisiert und verstärkt werden. Vor allem aber wird sich das Minis­terium auch darum kümmern, was mit den Immobilien und Grundstücken der stark angeschlagenen Immobilienfirmen geschieht. So wird der Staat beispielsweise Grundstücke aufkaufen und dort in den kommenden vier Jahren zwischen 15.000 und 20.000 Sozialwohnungen bauen. 300 Millionen Euro wurden für den Kauf der betreffenden Grundstücke freigegeben.




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