Wirtschaftskrise in Spanien besonders schwer


Viele negative Faktoren wirken zusammen

Die Weltwirtschaftskrise könnte in Europa Ende dieses Jahres erste Anzeichen für eine Besserung aufweisen. Nicht so allerdings in Spanien, wo die negativen Auswirkungen noch mindestens ein Jahr länger zu spüren sein werden.

Madrid – Dieser Meinung ist jedenfalls Europa-Chefvolkswirt Jean-Michel Six von der Ratingagentur Standard & Poor’s Corporation.

Nach seinen Aussagen ist es generell um die Entwicklung der Weltwirtschaft äußerst schlecht bestellt, besonders schwarz sehe es jedoch für Spanien aus. Im Fall Spanien kämen im Vergleich zu anderen europäischen Staaten eine Reihe von Faktoren zusammen, die sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung auswirken.

Zwei dieser Faktoren sind der Einbruch der Bauwirtschaft und das drastisch zu­rückgegangene Konsumverhalten spanischer Familien. Was den Bausektor betrifft, so sprach Six von einer „extrem schwerwiegenden Lage”.

Zusammen mit dem rasanten Anstieg der Arbeitslosenzahlen – über eine Million Menschen in einem Jahr – machen auch die Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Nachfrage privater Haushalte zunichte. „Spaniens Wirtschaftsmodell, das auf der Binnennachfrage gründet, befindet sich in der Krise”, so der Wirtschaftsexperte.

Die Lage sei so schwerwiegend, dass für Länder wie Spanien und Irland, vor allem aber Großbritannien eine drohende Deflation nicht ausgeschlossen werden könne.




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