Wirtschaftliche Erholung verzögert sich


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Schlechte Prognosen des Internationalen Währungsfonds

Im neuesten Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF), der im September in Washington vorgestellt wurde, sind die Voraussagen für Spanien nach unten korrigiert worden.

Washington/Madrid – Das Wirtschaftswachstum soll geringer ausfallen als erwartet und auch die Arbeitslosenquote soll sich kaum erholen. Doch es gab auch eine positive Nachricht: Spanien soll in den kommenden Jahren die versprochene Defizitgrenze einhalten können.

Für dieses Jahr hatte die spanische Regierung ein Wirtschaftswachstum von 1,3% vorausgesagt, doch der IWF hatte ein geringeres Wachstum von 0,8% als wahrscheinlicher angesehen. Im ersten Halbjahr erfüllte sich die Prognose des IWF und alles weist darauf hin, dass auch im zweiten Halbjahr die Ein-Prozent-Marke nicht überschritten wird. Für das kommende Jahr war die UN-Sonderorganisation noch im April von einem wirtschaftlichen Aufschwung von 1,6% ausgegangen, doch nun wurde dieser auf 1,1% gesenkt. Die Regierung hält übrigens weiterhin an den erhofften 2,3% fest und stuft das Wachstum als doppelt so hoch ein wie der IWF.

Dementsprechend soll sich laut dem IWF auch der Arbeitsmarkt kaum erholen. Vor einigen Monaten wurde die durchschnittliche Arbeitslosenquote in diesem Jahr noch auf 19,4% geschätzt; nun soll diese 20,7% betragen. Tatsächlich lag die Quote zwischen Januar und Juni bei 21%. Im nächsten Jahr soll es eine leichte Erholung geben. Die Regierung meint, die Quote würde bei 19,8% bzw. 18,5% liegen.

Im Rahmen des Defizits

Bei der Vorstellung des Weltwirtschaftsausblicks überbrachte IWF-Ökonom Jörg Decressin aber auch eine gute Nachricht: „Spanien wird keine Probleme damit haben, das in diesem Jahr angestrebte Defizit von 6% des BIP mit 6,1% so gut wie einzuhalten.“ Im kommenden Jahr wurde die Voraussage sogar von 5,7% auf 5,2% nach unten korrigiert.

Allerdings warnte Decressin: „Bis 2013 muss die spanische Regierung zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die gesteckten Ziele erreichen zu können.“ Denn während der spanische Staat der EU versprochen hat, 2013 die Drei-Prozent-Mar­ke zu erreichen, schätzt der IWF das Defizit auf 4,4%.

Weltweite Entwicklung

 Laut dem Internationalen Währungsfonds geht die Verzögerung der wirtschaftlichen Erholung Spaniens einher mit der Entwicklung in den anderen Industrienationen. Olivier Blanchard, Chefökonom des IWF, gab zu, seit Jahresanfang sei der Aufschwung der Weltwirtschaft um einiges fraglicher geworden. In den Industriestaaten habe sich das Wachstum abgeschwächt. Im August hätten die schlechten Nachrichten über Staatsverschuldungen und Probleme der Banken für weitere finanzielle Unsicherheiten gesorgt. Beide Ereignisse zusammen seien mehr als besorgniserregend.

Der IWF meint, dass kein Industrieland, bis auf Japan, 2012 mehr als 2% Wirtschaftswachstum verzeichnen wird. Trotz dem starken Vorstoß der Schwellenländer soll der Aufschwung der Weltwirtschaft weder in diesem noch im kommenden Jahr die 4-Prozent-Marke übersteigen (2010 wurden 5% erreicht).




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