Winter und Sommer bei der Geldanlage


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Mit der Finanzkrise im vergangenen Jahr fing das Desaster an. Dann zogen die Preise an: Energie, Nahrungsmittel – alles wurde teurer. Das Inflationsgespenst kam zurück. Schließlich verdunkelte sich auch noch der Konjunkturhimmel. Entsprechend reagierten die Börsen.

Der deutsche Leitindex hat seit Jahresanfang 21 % Prozent verloren. Kommt noch mehr? Viele Experten rechnen damit, dass sich die Weltkonjunktur weiter abkühlt, aber nicht in eine große Rezession schlittert. „Allerdings gibt es gegenwärtig auch keine Anzeichen einer baldigen Erholung für die Wirtschaft“, meinen viele Börsenexperten.

Derzeitige Unsicherheit an den Anlagemärkten betrifft alle

In diesem wirtschaftlich ungünstigen Umfeld verlieren viele Anlagen an Wert. Es ist schwieriger geworden, positive Renditen zu erzielen. Die momentan große Unsicherheit an den Anlagemärkten betrifft alle. Niemand von uns weiß, wann die Krise ausgestanden ist. Derzeit steigen die Preise um durchschnittlich vier Prozent. Die Inflationsrate könnte in den nächsten Monaten sogar noch weiter steigen. Die Notenbanken stecken im Dilemma: Eigentlich müssten sie die Zinsen anheben, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Andererseits dürfen sie damit die bereits schwache Konjunktur nicht weiter bremsen.

Darüber hinaus haben sich die Kredite vor allem für nicht so gute Schuldner deutlich verteuert. Das hat in diesem Jahr auch bei den festverzinslichen Wertpapieren für eine Berg- und Talfahrt gesorgt. Die Rohstoffe sind in der ersten Jahreshälfte rasant teurer geworden, sodass alle unter der Last stöhnen. Zuletzt haben die Preise aber wieder nachgegeben. Die derzeit großen Schwankungen an allen Anlagemärkten werden uns noch lange begleiten. Die Kurse vieler Aktien sind stark gefallen und fallen teilweise immer noch. Bieten sie über kurz oder lang einen güns­tigen Einstandskurs? Soll man also jetzt raus aus den übrigen Aktien, weil sie noch weiter fallen könnten? Gilt es einen günstigen Einstiegzeitpunkt zu finden?

Nein: Eine Rein-raus-Stra­tegie bringt gar nichts.

Geplantes Profil überprüfen

Jeder Anleger muss daher jetzt sein Wertpapiervermögen überprüfen und schauen, ob es noch seinem geplanten Profil entspricht. Wer sich das Ziel gesetzt hat, dass 30 % seines Vermögens in Aktien angelegt sein sollen, wird jetzt feststellen, dass durch den Kursrückgang der Anteil nur noch 24 % beträgt. Nach der Überprüfung ist es Zeit, unabhängig von den aktuellen Kursständen Aktien nachzukaufen, um wieder auf den langfristig geplanten Anteil von 30 % Aktien des Wertpapiervermögens zu kommen. Zumal Käufe bis Jahresende künftige Erträge aus Kursgewinnen noch vor der Abgeltungssteuer schützen. Wenn Sie diese Methode anwenden, werden Sie über die Zeit billig kaufen und teuer verkaufen – das ideale Verhalten eines erfolgreichen Kaufmannes.

Wichtig ist auch eine breite Diversifikation in der Portfoliostruktur. Je nachdem, wie lange Ihre letzte Überprüfung der Zusammensetzung Ihres Wertpapierdepots her ist, werden Sie jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit Rohstoffe verkaufen, Aktien kaufen und Ihre festverzinslichen Wertpapiere halten müssen.

Eine Frage der richtigen Jahreszeit

Für die Geldanlage gilt eigentlich nichts anderes als für das Wetter: Herbst und Winter kommen gewiss, doch danach wärmen Frühling und Sommer wieder auf. Wenn es dieses Mal allerdings übel kommt, könnte der Wirtschaftswinter länger dauern und härter werden, als bereits befürchtet. Aber Anleger, die dieses Sze-nario im Kopf haben und wissen, dass der Sommer immer wiederkommt, können sich in Ruhe darauf vorbereiten.

Mehr Informationen?

Am 20. Januar 2009 findet für unsere geladenen Gäste in Puerto de la Cruz im Hotel Garoe ein privater Vortrag statt. Haben Sie Interesse? Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon.




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