Wiederholungstäter


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Dem ehemaligen Skandal-Bankier Mario Conde wird vorgeworfen, die vor Jahrzehnten unterschlagenen Millionen am Fiskus vorbei wieder eingeführt zu haben

Am Morgen des 11. April klickten die Handschellen, und Mario Conde, ehemaliger Präsident der Bankgesellschaft Banesto, wurde erneut verhaftet. Knapp 30 Jahre sind vergangen, seitdem er die Leitung der Traditionsbank übernahm, die er später in den Ruin führte, 16 Jahre seit seiner Verurteilung wegen Betrugs und Unterschlagung.

Nun wird ihm vorgeworfen, mit den vor vielen Jahren der Bank unterschlagenen und im Ausland versteckten Millionen Geldwäsche betrieben und Privatinsolvenz vorgetäuscht zu haben.

Der ehrgeizige Finanzexperte Mario Conde war 1987 zum Präsidenten von Banesto ernannt worden. Aufgrund einer schlechten Führung, eines ungebremsten Wachstums im Finanz- und Industriebereich und einer grenzenlosen Misswirtschaft musste sechs Jahre später die Nationalbank Spaniens eingreifen, um das Traditionsunternehmen vor dem Bankrott zu retten, denn Banesto stand mit 3,6 Milliarden Euro „in den Miesen“. Zehntausende Aktionäre verloren damals ihr Geld.  

Conde wurde 2002 wegen Betrugs und Unterschlagung zu einer 20-jährigen Haftstrafe und einer Zahlung von 15 Millionen Euro verurteilt. Er saß elf Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung schrieb er ein Buch und trat des Öfteren im Fernsehen auf, wo er nicht müde wurde zu betonen, das System sei schuld am Ruin von Banesto gewesen und er nur ein Opfer. 

Doch über Jahre hinweg fragte man sich immer wieder, wo die von Conde unterschlagenen Millionen geblieben waren. Die Guardia Civil und die Staatsanwaltschaft übten sich in Geduld und führten jahrelang Ermittlungen durch, bis sie nun dem Ex-Bankier auf die Schliche kamen und ihn überführen konnten. 

Mario Conde, sein Sohn, seine Tochter und zehn weitere Handlanger – die ebenfalls am 11. April in Untersuchungshaft genommen wurden – versuchten in den letzten Monaten, aus der Schweiz und aus Großbritannien insgesamt 14 Millionen Euro über Darlehen an Firmen, Kapitalausweitung und sogar Bareinzahlungen zu „waschen“. Gleichzeitig meldete der Ex-Bankier Privatinsolvenz an, um der Zahlung der Geldstrafe zu entgehen.

Nun befindet er sich in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem Geldwäsche und das Vortäuschen von Privatinsolvenz vorgeworfen.




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