Werden die Märkte so reagieren, wie die Politik es will?


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Seit Monaten beherrscht ein Thema die Tagesordnung: die europäischen Staatsschulden. Die Politik versucht mit immer größeren Summen und dem „Rettungsschirm“ ESM die Märkte zu beruhigen und das Problem in den Griff zu bekommen.

Werden die Märkte so reagieren, wie die Politik es will? Was passiert, wenn die Märkte nicht so wollen oder wenn es mit dem Rettungsschirm nicht so klappt wie gedacht? Werden die Staaten dann eine rigorose Steuer- und Leistungsverweigerungspolitik einläuten? Bis heute haben jedenfalls vergleichbare Akkumulationen von Staatsschulden immer zu unerfreulichen Ergebnissen geführt: Schuldenrestrukturierung, finanzielle Repression, Depression oder Hyperinflation. Natürlich hoffe ich, dass die Politik oder die Wirtschaftskraft der Schwellenländer diese Entwicklung abwenden. Aber sollen Ihre Anlagen auf ein solches „Happy End“ bauen? Zwangshypotheken auf Immobilien, Devisenbewirtschaftung, Goldbesitzverbot und so weiter wurden bereits in der Vergangenheit erfolgreich eingesetzt und würden bestimmt wieder hervorgeholt. Oder ist ein Schuldenschnitt die Lösung, auf die wir zusteuern? Und damit einhergehend die Vermögensvernichtung über alle Eurostaaten hinweg, inklusive Deutschland, im Kontext eines gemeinsamen Eurolandes? Unsere Kinder würden es uns vielleicht danken.

Für alle Anleger, die in Deutschland oder Euroland Geldwerte und Immobilien besitzen oder auch Diamanten und Gold in Safes lagern, wäre dies wenig erstrebenswert. Sollte man diese Werte, sofern es überhaupt geht, also im Ausland deponieren? Zum Beispiel Depots in der ganzen Welt anlegen, um immer liquide zu bleiben? Einen Teil seiner Vermögenswerte im Ausland anzulegen, ist natürlich ein weiterer Teil der Diversifikation eines Vermögens. Es spricht nichts dagegen, auch ein Depot in einem Land zu unterhalten, das nicht zur Eurozone gehört, sofern es deklariert und versteuert ist. Aber da beginnt auch das Problem: Ist das Depot deklariert und versteuert, ist es auch dem Staat bekannt. Damit bietet es gegenüber staatlichen Organen nur einen sehr beschränkten Schutz. Kennt der Staat den Besitz des Steuerzahlers, hat er über ihn auch Zugriff auf den Besitz.

Dennoch sollte man sich hüten, Entscheidungen nur vor dem Hintergrund der Eurokrise zu treffen. Dies wäre genauso falsch, wie es in der Vergangenheit falsch war, Anlageentscheidungen nur aus steuerlichen Gründen zu treffen. Was wäre denn, wenn sich die Krise um den Euro beruhigt? Es könnten sich ganz andere, größere Krisenherde auftun. Was wäre, wenn der US-Dollar, aufgrund der wesentlich höheren Verschuldung der USA, plötzlich weich würde? Oder aber die asiatischen Länder nach einer Phase überproportionalen Wachstums zu schwächeln beginnen? Auch die regionale Aufteilung der Vermögenswerte sollte daher möglichst rational nach dem Grundsatz der Verteilung erfolgen. Denn die Streuung des Risikos ist nicht nur zwischen den Anlageklassen Aktien, Renten, Immobilien und Rohstoffe sinnvoll, sondern auch regional. Sie können auch über den Standort des Investments diversifizieren: zum Beispiel Nestlé, Schweiz, Toyota, Japan, Sun Hung Kai Properties, Hongkong, oder BASF, Deutschland, oder über einen ausländischen Verwahrort, ein Bankdepot in der Schweiz, Deutschland oder Singapur. Allerdings hilft das Umschichten an einen anderen Ort nicht, wenn das Geld in Zukunft zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten zur Verfügung stehen muss, man selbst aber den Wohnort nicht wechseln kann oder möchte.

Wie immer wieder erwähnt, gibt es keine Anlageform, Region oder Bank ohne Risiko. Das Entscheidende ist, die Werte so zu streuen, dass das Risiko erträglich bleibt und selbst in der schlimmsten Krise ein ausreichender Vermögenswert übrig bleibt, um neu zu beginnen. Einen nachhaltigen Schutz bieten fungible Wertpapiere, die einen variablen, aber möglichst stabilen Ertrag abwerfen. Solche Anlagen können Flexibilität, inflationsangepasstes Einkommen und zumindest das Potenzial auf eine reale Wertsteigerung bieten. Denn wer von uns weiß schon, aus welcher Himmelsrichtung die nächste Krise oder aber die nächste Chance kommt?

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? – Dann wenden Sie sich unter der    Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon oder unter 0041 79 4207493 an Herrn Ottmar Beck.




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