Weniger Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens


Seit Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf 110 km/h

Am 7. April war es genau einen Monat her, dass die Höchstgeschwindigkeit auf Spaniens Autobahnen und Schnellstraßen von 120 auf 110 km/h reduziert wurde. Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Madrid – Vorher jedoch ein kurzer Rückblick: Gerade die Oppositionspartei Partido Popular (PP) hatte der Regierung massiv vorgeworfen, statt einer Benzineinsparung eher auf die zusätzlichen Bußgelder wegen zu schnellen Fahrens abzuzielen. Nach Meinung der PP war die Maßnahme von der Regierung eingeführt worden, um die Staatskasse aufzufüllen, und weniger, um die Auswirkungen der Verteuerung des Erdöls abzufedern.

Doch weit gefehlt. Am 7. April gab die spanische Verkehrsbehörde bekannt, dass in den ersten vier Wochen seit  Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit die von den Radaren festgehaltenen Geschwindigkeitsüberschreitungen durchschnittlich um 47,3% sanken (1. Woche: -60%, 2. Woche: -46%, 3. Woche: -45%, 4. Woche: -38%).

Da auch die durchschnittliche Geschwindigkeit sowohl auf Autobahnen (von 113 km/h im März 2010 auf 102 km/h im März 2011) als auch auf Schnellstraßen (von 107 km/h auf 100 km/h) abgesunken ist, wird die Geschwindigkeitsbeschränkung tatsächlich befolgt.

Ob die Autofahrer jetzt eher die niedrigere Höchstgeschwindigkeit einhalten weil sie gesetzestreu sind oder weil sie die wieder einmal ins Gedächtnis gerufenen Bußgelder fürchten, bleibt unklar. Fakt ist, dass die neue Höchstgeschwindigkeit eingehalten und langsamer gefahren wird.

Noch kann jedoch nicht bestätigt werden, ob die Maßnahme ihren Sinn und Zweck, die Energieeinsparung in Höhe von drei Prozent, tatsächlich erreichen wird. Im Juli kommt die Herabsetzung auf 110 km/h wieder auf den Tisch. Dann werden konkrete Zahlen vorliegen. Und dann wird noch einmal über Spaniens Höchstgeschwindigkeit diskutiert werden.




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