Weniger Grund- und Wertzuwachssteuer


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Esperanza Aguirres Versprechen: Der Katasterwert soll an den aktuellen Marktwert angepasst werden

Esperanza Aguirre, ehemalige Regionalpräsidentin von Madrid und derzeit Kandidatin für das Amt der Hauptstadtbürgermeisterin, hat versprochen, im Falle ihrer Wahl die zwei steuerlichen Haupteinnahmequellen der Stadt – die Grundsteuer (IBI) und die Wertzuwachssteuer (Plusvalía) – zu senken, die derzeit vier von zehn Euro der Gemeindeeinnahmen ausmachen.

Allein die Grundsteuer will Aguirre um fast die Hälfte auf das staatlich festgelegte Minimum von 0,4% senken. Derzeit liegt die Abgabe bei 0,548% und bei 0,57% für Immobilien im Wert von über 89.585 Euro. 

Der ehemalige Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón hatte 2003 den IBI auf 0,512% erhöht. Seine Rechtfertigung lautete damals, die Grundsteuer Madrids liege weit unter den Sätzen anderer Großstädte wie Barcelona (0,75%), Sevilla (0,84%), Valencia (0,97%) oder Bilbao (0,98%). 2011 ließ Ruiz-Gallardón den Katasterwert aller Wohnungen überprüfen und an den Marktwert anpassen, also hochsetzen, und zwar im Schnitt um 74%. Die entsprechende Steigerung der Grundsteuer wurde auf fünf Jahre verteilt, sodass zwischen 2011 und 2015 diese Abgabe Jahr für Jahr teurer wurde. 

Aguirre hat nun eine Senkung der Grundsteuer und eine erneute Überprüfung des Katasterwertes versprochen, der nach dem Einbruch des Immobilienmarktes gefallen sein müsste. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts INE sind die Immobilienpreise in der Region zwischen 2011 und 2014 um 26% gefallen, sodass der Katasterwert weiter nach unten korrigiert werden müsste und sich die Grundsteuer verbilligt. Die ehemalige Regionalpräsidentin hat bereits angekündigt, die Senkung des Katasterwertes und somit der Abgabe ebenfalls auf mehrere Jahre zu verteilen. 

Eine Tageszeitung erklärte die Folgen anhand eines Beispiels: Der Katasterwert eines Hauses, der 2011 noch 60.000 Euro betrug, war 2015 auf 77.000 Euro angewachsen. Bei einem Grundsteuersatz von 0,548% musste der Eigentümer 422 Euro zahlen. Bei Senkung der Abgabe auf 0,4% würden nur noch 308 Euro anfallen. Bei Anpassung an den nach unten korrigierten Katasterwert um 26% würde die Grundsteuer schließlich bis auf 228 Euro sinken. 

Nach den Berechnungen von Aguirre würde die Wertzuwachssteuer (Plusvalía), die anhand des Katasterwertes berechnet wird, in gleicher Weise fallen. Darüber hinaus will sie den Satz von 29% auf 25% senken. 




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